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Filmkritik: “Transformers”

Aug 9th, 2007 by Hausmeister

TransformersOriginaltitel: Transformers
Herkunftsland/Jahr: USA, 2007
Länge: 144 Minuten
Kinostart: 01. August 2007
Regie: Michael Bay
Drehbuch: Roberto Orci, Alex Kurtzman
Darsteller: Shia LeBeouf, Mega Fox, Tyrese Gibson, Jon Voight
Genre: Action
Für Freunde von: Star Wars, I Robot
Offizielle Webseite – IMDB

Inhalt:

Sam bekommt von seinem Vater ein Auto geschenkt und muss kurze Zeit später feststellen, dass der Schlitten einige Extras hat, die serienmäßig nicht dabei waren: ein gigantisches Eigenleben. Sams Auto entpuppt sich als der gutmütige Transformer Bumblebee, der auf Mutter Erde nach einem verschütt gegangenen Zauberwürfel sucht. Dieser ist für Transformers so etwas wie für uns Menschen das legendäre „Projekt Genesis“: die Quelle allen Lebens. Entsprechend wichtig ist es den „guten „Autobots natürlich auch, den Würfel vor den „bösen“ Decepticons zu finden. Welch Überraschung: Sam besitzt eine Art Schatzkarte, auf der vor langer Zeit der Verbleib des Würfels eingetragen wurde. Schnell hat Sam es mit mehr als nur einem Transformer zu tun.

Kritik:

Nun haben sie es also doch noch geschafft: eigentlich war der Hype um die 1984 erfundenen Bastel-Roboter schon lange verklungen, dennoch kommt 23 Jahre später ein Film in die Kinos, dem man einiges seiner Herkunft anmerken kann. Da wäre die Tatsache, dass der Film auf einer Spielzeug-Reihe (und einer Cartoon-Serie) basiert, entsprechend kind-konform ist der Film: auch wenn ganze Airforce-Stützpunkte dem Erdboden gleich gemacht werden, fließt fast überhaupt kein Blut. Das mag von manchen schon fast als Kunststück gefeiert werden. Erinnern wir uns kurz an den Trailer: dort sahen wir einen gigantischen Transformer, der sich mit rotierenden Klingen aus dem Wüstenboden erhebt und hinter flüchtenden Soldaten her ist. Dass diese Szene im Film ohne Blutvergießen auskommt, ist echt eine Regie-Höchstleistung (wenn man es so harmlos mag…).

Ebenso merkt man auch schnell, dass der Name Steven Spielberg nicht umsonst im Abspann unter „Producer“ gelistet ist. Irgendwie kommt einem die Story ziemlich bekannt vor: ein jugendlicher, etwas weltfremder Verlierer-Typ ohne Freunde, der keine Peinlichkeit auslässt, gewinnt einen außerirdischen Freund, der ihm dann von bösen Regierungs-Anzugträgern der nationalen Sicherheit wegen entrissen wird. E.T., ick hör dir trapsen.

Tatsächlich schlägt „Transformers“ in dieselbe Kerbe. Doch irgendwie hat die zuerst abschreckende Ausgangssituation auch etwas heimeliges, erinnert sie in der Storyline doch an klassische 80er-Filme wie etwa „E.T.“, „Nummer 5 muss leben“ oder gar „Gremlins“. Wer sich erst mal damit abgefunden hat, dass der Film trotz rotierender Messer eine Freigabe ab 12 Jahren hat, der kann sich entspannt zurücklehnen und eine halbwegs lustige, aber zumindest unterhaltsame Geschichte verfolgen.

Und der hat dann auch kein Problem mehr mit dieser Kritik: anstatt die Größe und Imposanz der Hauptdarsteller in ein furchteinflößendes Licht zu rücken (wie es etwa „Krieg der Welten“ famos geschafft hat), werden neben den gefährlichen Robot-Kreaturen auch einige lustige Metall-Gestelle eingeführt. Ein Transformer etwa erinnert sehr stark an Jar-Jar Bings aus „Star Wars: Epsiode 1“: obwohl er teilweise wie der klassische Giger-Alien oder der Predator aussehen kann, besticht der Kleine doch vor allem durch seine Trotteligkeit. Was der erwachsene Kinogänger toleriert, scheint bei der jungen Zielgruppe gut anzukommen.

Kommen wir zu dem, was den Film schon vorab am interessantesten gemacht hat: die visuellen Effekte. Hier lässt der Film keine Zweifel: die Spezis von Industrial Light & Magic haben durchweg gute Arbeit abgeliefert. Wenn man gleich in den ersten Minuten das Films durch eine geballte Ladung Action in den Sitz gepresst wird, legt sich der Film die Messlatte entsprechend hoch. Leider kann er im Verlauf des Films kaum an die anfangs gezeigte Effekt-Orgie anschließen. Zwar sieht alles prächtig aus, wirkt real und mächtig, nur leider bleibt bei all denn Effekten zu häufig der Überblick auf der Strecke.

Gerade der Showdown zeichnet sich weniger durch die wirklich tollen Effekte, sondern vielmehr durch eine unüberschaubare Konfusion aus, die ich so im Kino noch nicht erlebt habe: im Sekundentakt explodiert und transformiert es auf der Leinwand, einzig der Sinn bleibt mir verschlossen. Eine verwackelte Kameraführung, die zu sehr auf Details zoomt anstatt mal „das große Ganze“ zu zeigen, tut ihr übriges. Hier hätte anstatt der vielen Effekte ein klein wenig mehr Dramatik einiges retten können. Doch so empfand ich den mit Spannung erwarteten Endkampf als verwirrend und letztlich ermüdend langweilig.

Zurück bleibt ein Film, der mich doch sehr überrascht hat. Die so nach 80er-Jahre klingende Storyline, auf die ich so gar keine Lust hatte, hat sich doch als angenehm gezeigt. Die Effekte hingegen, wegen derer ich hauptsächlich in den Film gegangen in, waren zwar super, aber in dieser Masse und Überfülle doch nur langweilig.

Das einzig wirklich Bemerkenswerte an dem Film war der Hauptdarsteller Shia LeBeuf, der momentan heftig durchstartet: demnächst bekommt ihn auch das deutsche Publikum in dem US-Überraschungshit „Disturbia“ zu sehen, im kommenden Jahr erleben wir ihn dann als Sohn von Indiana Jones an der Seite von Harrison Ford. Merke: eine Freundschaft zu Steven Spielberg zahlt sich aus. Aber im ernst: auch wenn „Transformers“ diesem jungen Talent nicht wirklich viel abverlangte, so meine ich doch gesehen zu haben, dass in dem Kerlchen ordentliches Potenzial steckt. Trotz seines jungen Alters bringt er schon jetzt wesentlich mehr Charakter und Tiefe rüber als beispielsweise die Riege aus „American Pie“. Unter den gegebenen Voraussetzungen bedarf es nicht viel, LeBeuf eine große Karriere zu prophezeihen. Erinnert meine Worte…;-)

Bewertung:

Posted in Film, Meinung

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