Filmkritik: “Harry Potter und der Orden des Phoenix”
Aug 16th, 2007 by Hausmeister
Originaltitel: Harry Potter And The Order Of The Phoenix
Herkunftsland/Jahr: England/USA, 2007
Länge: 138 Minuten
Kinostart: 12. Juli 2007
Regie: David Yates
Drehbuch: Michael Goldenberg, J.K. Rowlig
Darsteller: Daniel Radcliffe, Emma Watson, Rupert Grint, Ralph Fiennes, Helena Bonham-Carter
Genre: Abenteuer, Fantasy
Für Freunde von: Harry Potter 1-4
Inhalt:
Lord Voldemort ist wieder da. 14 Jahre nach seinem Verschwinden ist er am Ende des vierten Potter-Teils zu neuer Kraft erstarkt. Doch kaum jemand will Harry Potter glauben: das Zaubereiministerium um Cornelius Fudge stellt den jungen Zauberer als Lügner hin und streitet die Rückkehr des dunklen Lords ab. Als die Gerüchte um Voldemort auch in Hogwarts umgehen, wird der Schulleiter Albus Dumbledore kurzerhand seines Amtes enthoben und durch Dolores Umbridge ersetzt – eine Untersekretärin aus dem Ministerium. Um den Schülern zu beweisen, dass sie nichts zu befürchten haben, wird die Verteidigung gegen die Dunklen Künste nur noch theoretisch gelehrt.
Doch Harry und seine Freunde wollen auf Voldemorts Wiederkehr vorbereitet sein und gründen „Dumbledores Armee“. Fortan üben sie in geheimen Räumen Zaubersprüche, die ihnen eines Tages das Leben retten können. Doch natürlich kommt Mrs. Umbridge irgendwann hinter diese geheimen Machenschaften. Lord Voldemort stattet indes dem Zaubereiministerium einen Besuch ab, um dort einen mächtigen Gegenstand zu stehlen. Doch „Dumbledores Armee“ stellt sich ihm in den Weg.
Kritik:
In der Presse wurde der fünfte Teil der Harry-Potter-Reihe ziemlich verrissen. Zugegeben: aus dem dicksten Buch den kürzesten Film zu machen, birgt sicherlich einige Gefahren. Und tatsächlich ist auch ein Teil der Buchhandlung den Drehbuchautoren zum Opfer gefallen. Was übrig geblieben ist, ist aber dennoch ein spannender und stimmungsvoller Film, der durch seine Düsterheit die Rückkehr des dunklen Lords gut visualisiert. Auch kann ich den Kritikpunkt nicht nachvollziehen, dass gerade zum Beginn des Films jene Zuschauer überfordert sind, denen die Buchvorlage unbekannt ist. Vielmehr findet man sich schnell wieder im Potter-Universum zurecht und erkennt schnell viele bekannte Film-Gesichter. Neue Charaktere bleiben eher unbeteiligte Randfiguren, so dass auf eine ausführliche Vorstellung gut verzichtet werden kann. Und zugegeben: von der Dramatik her war der fünfte Potter-Band der schwächste, so dass man den Drehbuchautoren den zugegebenermaßen eher müden Plot nicht wirklich vorwerfen kann.
Schauspielerisch bleibt alles beim Alten: Radcliffe bleibt weiterhin arg emotionslos, während ich mich schon jetzt auf die ersten „Nicht-Potter-Filme“ mit Emma Watson und Rupert Grint freue. Letzterer hat schon jetzt mit knapp 18 ein echtes Charaktergesicht, das ihn für viele Rollen prädestiniert. Besonders beeindruckt hat Imelda Staunton in ihrer bitterbösen Rolle als neue Schulleiterin Dolores Umbridge. So viel Gehässigkeit mit einem zuckersüßen Lächeln, dazu noch das unspektakuläre Aussehen der „lieben Oma von nebenan“ – das hatte Charme.
Großteils begeistern konnten auch die Effekte: wieder haben es die Macher geschafft mit vielen kleinen Details zur zauberhaften Stimmung beizutragen. Auf wundersame Weise zu leben erwachte Papier-Vögelchen tragen ebenso zum besonderen Reiz bei wie die spektakulären Feuerwerke der tollkühnen Weasley-Zwillinge. Einzig Hagrids riesiger Bruder, der nie den unnatürlichen Look einer Spielzeugpuppe ablegen konnte, hätte wesentlich besser in Szene gesetzt werden müssen. Er wirkt in diesem ansonsten makellosen Film fast wie ein Stilbruch.
Ansonsten fliegen in bester Manier die Fetzen. Sogar das finale Zauberer-Duell zwischen Voldemort und Dumbledore war nicht absolut überladen (wir erinnern uns mal kurz ans „Transformers“-Finale…) und sorgte für echte Spannung. Nein, der Film ordnet sich schön in die Reihe der Potter-Verfilmungen ein, ist weder ein Tiefpunkt noch ein absolutes Highlight. Wer die Vorgänger mochte, wird vom fünften Teil nicht enttäuscht sein. Zumindest dann nicht, wenn er sich dessen bewusst ist, dass auch die Buchvorlage inhaltliche Schwächen hat.
Bewertung:
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pffff “Buchvorlage inhaltliche Schwächen”! Band 5 ist bisher mein absoluter Lieblingsteil – unter Vorbehalt, ich muss Band 7 noch ein wenig sacken lassen, bevor ich ihn einordne.
Ich fand den Film auch gut. Zwar litt auch dieser wieder unvermeidlich an den notwendigen Kürzungen bei eigentlich essentiellen Storydetails (längstes Buch, kürzester Film…) – aber im Gegensatz zu Teil 4 ist die Mischung diesmal gelungen.
Respekt, hätte ich nicht besser auf den Punkt bringen können. *unterschreib* Gewundert hat mich, dass es diesmal kein Quidditch-Match gegeben hat, aber wahrscheinlich gibt es das im Buch?
Nachdem ich bisher nur die Filme kenne (aber da immerhin alle), hatte ich gar kein Problem, in den Film reinzukommen und fand ihn sehr spannend. Mein Favorit bleibt zwar der dritte Teil, vom vierten war ich ja sehr enttäuscht, aber jetzt kann ich mich immerhin wieder darauf freuen, wie es wohl weitergeht – auch ohne einen meiner Lieblings-Charakter..
Im Buch gibt es in der Tat Quidditch in Harrys fünftem Jahr. Nur leider “nicht ganz ungestört” durch die freundliche Großinquisitorin…
Wer mehr wissen möchte, sollte sich den Büchern oder den hervorragenden Hörbüchern widmen. Es lohnt sich definitiv, auch wenn man durch die Filme eventuell ein wenig vorbelastet ist.