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Filmkritik: “Slither”

Aug 17th, 2007 by Hausmeister

Slither-PosterOriginaltitel: Slither
Herkunftsland/Jahr: Kanada/USA, 2006
Länge: 95 Minuten
Kinostart: 22. Juni 2006
Regie: James Gunn
Drehbuch: James Gunn
Darsteller: Nathan Fillion, Don Thompson, Elisabeth Banks, Michael Rooker
Genre: Horror, Komödie, Trash
Offizielle Webseite – IMDB

Inhalt:

Wheelsy ist ein kleines unbekanntes Örtchen, vermutlich im amerikanischen country-verseuchten und naiv-patriotischen Mittelwesten. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Hilfssheriff Bill schmachtet der jungen Starla hinterher, die mit einem viel älteren Geschäftsmann Grant verheiratet ist. Der wiederum vergnügt sich ganz gerne mal mit Brenda, dem frechen Früchtchen der Nachbarschaft im Wald. Dort findet Grant dann auch einen merkwürdigen Kokon. Als er ihn genauer betrachten will, schießt ein kleines Etwas blitzschnell heraus und bohrt sich in seinen Bauch. In den kommenden Stunden entwickelt Grant einen Heißhunger auf Fleisch und beginnt sich auch langsam äußerlich zu verändern. Allem Anschein nach ist er ein Wirt für einen außerirdischen Organismus geworden. Dummerweise nutzt er Brenda als eine Art „Ameisenkönigin“: er versteckt sie in einer Scheune und lässt sie tausende weitere wurmähnliche Aliens ausbrüten. Diese machen sich auf den Weg weitere Einwohner von Wheelsy zu infizieren, während Bill und Starla die Jagd auf Grant eröffnen.

Kritik:

„Slither“ ist eindeutig ein trashiger B-Movie. Was mich verwundert hat: am gruseligsten waren für mich nicht die blutigen Splatter-Szenen, sondern die überzeichnete Darstellung des Landlebens in den Staaten. Mit einem großen Squaredance-Bürgerfest wird die Jagd-Saison eröffnet. In einer Begrüßungsrede lässt der Bürgermeister sinngemäß ein „Als Gott und über die Tiere erhoben hat, hat er auch an die Hirschjagd in unserem wunderschönen Wheelsy gedacht!“ vom Stapel, das all dem biederbürgerlichen Republikanertum ein Sahnehäubchen aufsetzt. Gesellschaftskritik und Kritik am begrenzen Horizont mancher Landbewohner kommt gerade in der ersten Hälfte des Films nicht zu kurz.

Die zweite Hälfte wird dann natürlich von der Jagd auf die Aliens und deren Greueltaten dominiert. Und das wäre auch schon der größte Kritikpunkt: der Film kommt zu langsam in Fahrt. Die erste Hälfte geht viel zu sehr auf die einzelnen Charaktere ein, die in der zweiten Hälfte dann eh nur noch auf Alien-Hatz sind und keine charakterliche Entwicklung erfahren.

Von Beginn an ist klar, dass dieser Film nicht nur auf Spannung ausgelegt ist, sondern auch einen hohen Trash-Faktor bieten soll. Und mit diesem Ansatz geht der Film auch voll in Ordnung, auch wenn man die Verbindung Spannung/Horror/Komödie schon wesentlich besser gesehen hat („Severance“). Wirkliche Spannung indes will nicht aufkommen, was zu einem großen Punktabzug führt. Die Effekte sind teils gut gemacht, teils dilettantisch. Für einen netten DVD-Abend mag das dem einen oder anderen reichen, für mich hatte es den Beigeschmack von „verschenkter Zeit“.

Bewertung:

Posted in Film, Meinung

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