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Filmkritik: “Beim ersten Mal”

Aug 17th, 2007 by Hausmeister

Originaltitel: Knocked Up
Herkunftsland/Jahr: USA, 2007
Länge: 129 Minuten
Kinostart: 23. August 2007
Regie: Judd Apatow
Drehbuch: Judd Apatow
Darsteller: Seth Rogen, Katherine Heigl, Paul Rudd, Leslie Mann
Genre: Abenteuer, Fantasy
Offizielle Webseite – IMDB

Inhalt:

Ben ist ein abgefahrener Freak, der gemeinsam mit seinen vier besten Freunden in einer echten Männer-WG lebt. Gemeinsam betreiben sie eine Internetseite, die ihre Besucher detailliert darüber informiert in welchem Film an welcher Stelle welcher Hollywood-Star mal nackt zu sehen war. So viel zum Thema Intelligenz und Tiefgang.

Eigentlich sollte man denken, dass ein solcher Nerd bei Frauen nur abblitzen kann. Doch eines Abends hat er Glück und lernt die Fernseh-Moderatorin Alison kennen, die dank karrierebedingter Feierlaune anscheinend mal beim Thema „Männer und Anspruch“ ein Auge zudrückt. Und da Alison ein amtlich beglaubigter Hingucker ist und beide sich ziemlich die Kante geben, landen sie später auch im Bett.

Als der Alkoholrausch am nächsten Morgen verflogen ist, wird Alison schnell klar, dass dieser Typ nur ein verschweigenswerter One-Night-Stand sein kann. Ihre Wege trennen sich, bis Alison acht Wochen später bemerkt, dass sie schwanger ist. Und auch wenn sie mit dem Leben des arbeitslosen Ben so gar nichts gemein hat, nimmt sie ihn doch in die Verantwortung. Beide versuchen sich trotz aller Differenzen miteinander zu arrangieren und dem Kind zuliebe zusammen zu bleiben. Aus Sympathie wird Liebe, aber kann das halten?

Kritik:

Die Story klingt ebenso banal wie unglaubwürdig: TV-Schönheit wird schwanger von einem im besten Wortsinne Asozialen, gibt sich aber Mühe ihn zu mögen. Mit Realismus hat das sicherlich nicht viel zu tun, mit einer gelungenen Komödie aber eine ganze Menge!

Auch wenn Ben mit jedem Mal Mundaufmachen tiefer ins Fettnäpfchen greift: er ist trotz allem ein herzensguter Buddy, dem man jede Macke sofort verzeiht. Würde man selbst einen solchen Typen kennen, würde man sich in der Öffentlichkeit regelmäßig in Grund und Boden schämen. Aus der Distanz jedoch sind seine peinlichen Auftritte sehr unterhaltsam. Zwar ist der Humor teilweise absolut schmierig und unterirdisch, aber man muss sich ja auch mal gehen lassen können: Männerhumor eben.

Nach einer locker-flockigen ersten Hälfte wandelt sich der Film ein wenig in Richtung Drama: neben der angespannten Situation zwischen Ben und Alison geht es nun auch noch um die Ehe von Alisons Schwester, die auf der Kippe zu stehen scheint. Der Film kriegt zwar einen ernsten Einschlag, ohne jedoch ganz auf die Komödie zu verzichten. Es kommt dem Film vielmehr zugute, dass er nicht nur auf triviale Unterhaltung setzt, sondern ab und an auch ein paar ernste Ansätze bietet. Zwar ist er damit immer noch meilenweit von einer Top-Komödie wie „Harry & Sally“ entfernt, lässt aber zumindest plumpe Streifen a la „American Pie“ weit hinter sich.

Ich gebe zu: auch wenn der Film „nur“ eine Komödie ist, hat er mich doch „mitgenommen“. Die Veränderung, die in Bens Leben stattfindet ist nachvollziehbar und spätestens mit dem Abspann wird noch einmal ordentlich auf die Tränendrüse gedrückt. Hier sehen wir Dutzende Privatfotos von den Mitwirkenden des Filmes, auf denen sie ihre eigenen Neugeborenen „stolz wie Oskar“ präsentieren.

Dieser Film sinkt und fällt mit seinem Hauptdarsteller: Seth Rogen wirkt den kompletten Film über wie ein fleischgewordener Homer Simpson. Im Denken arg begrenzt und auf seine Gelüste fixiert, kann er doch zum bissigen Löwen werden, wenn jemand die Seinen nicht gut behandelt. Rogens glaubhafte Darstellung des Vollpfostens, der tief im Herzen doch ein liebenswerter Teddy mit Kraushaar ist, rettet den Film vor der Belanglosigkeit. Er stellt die Probleme und Ängste eines ungewollten Vaters in spe so glaubwürdig und intensiv dar, wie es im Rahmen einer Komödie machbar ist. Dagegen bleibt Katherine Heigl als Alison nur eine unscheinbare Stichwortgeberin, ohne ihrer Figur wirklich Kontur zu verleihen.

Ein unterhaltsamer Film, der den Spagat zwischen „Pups-Komödie“ und Drama ganz gut hinbekommt.

Bewertung:

Posted in Film, Meinung

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