• Home

Das Blog-Ha.us

Irgendwas ist ja immer…

Feed on
Posts
Comments
« Filmkritik: “Shoot ‘Em Up”
Filmkritik: “Death Sentence – Todesurteil” »

Filmkritik: “Chuck & Larry – Wie Feuer und Flamme”

Sep 25th, 2007 by Hausmeister

inowpronounceyouchuckandlarry_poster_1.jpgOriginaltitel: I Now Pronounce You Chuck And Larry
Herkunftsland/Jahr: USA, 2007
Länge: 110 Minuten
Kinostart: 27. September 2007
Regie: Dennis Dugan
Drehbuch:
Barry Fanaro, Alexander Payne
Darsteller: Adam Sandler, Kevin James, Jessica Biel, Dan Aykroyd
Genre: Komödie

Offizielle Webseite – IMDB

Inhalt:

Die beiden Freunde Chuck und Larry könnten unterschiedlicher nicht sein: während Chuck der Frauenheld der New Yorker Feuerwehr ist, trauert Kollege Larry seiner geliebten Frau auch drei Jahre nach ihrem Tod hinterher. Die Stadt New York schmeißt dem Witwer mit zwei Kindern einige bürokratische Knüppel zwischen die Beine: wenn er nicht will, dass die Pensionsansprüche der Verstorbenen verfallen, muss er in naher Zukunft wieder heiraten.

Wie passend, dass er erst vor kurzem Chuck bei einem Einsatz das Leben gerettet hat! So hat er einen riesengroßen Gefallen gut: fortan spielen sie ein homosexuelles Pärchen, das mit Mühe und Not verhindern will, bei einer Kontrolle des Ordnungsamtes aufzufliegen. Um die Tarnung perfekt zu machen wird natürlich auch standesgemäß geheiratet. Dumm nur, dass sich Chuck bis über beide Ohren ausgerechnet in die Anwältin verliebt, die Larrys Rechtsansprüche gegenüber der Stadt durchboxen will…

Kritik:

Ich wollte diesen Film anfangs nicht gut finden! Einfach schon aus dem Grunde weil das Thema Homosexualität in vielen Komödien der letzten Zeit meist sehr beiläufig aufgeschnappt wurde, um mal schnell ein paar billige Lacher zu generieren (z.B. „Born To Be Wild“). Wie soll da bloß ein Film sein, der sich komplett in dieses Thema verbeißt?

Antwort: erfrischend anders und deswegen doch wieder richtig gut! Natürlich kommt auch dieser Film nicht ohne die üblichen Klischees aus. Aber anstatt sich hier nur auf tuckig-tänzelnde und wild gestikulierende „Schwuppen“ zu verlassen, wird hier auch die andere Seite der Medallie beleuchtet. So manövrieren sich Chuck und Larry durch dieses Rollenspiel ins gesellschaftliche Abseits. Gerade in der harten Männerwelt der Berufsfeuerwehr haben Homosexuelle einen schweren Stand. Und während man gerade noch Zeuge einer kunterbunten lebensfrohen Homo-Party wurde, warten vor der Tür schon die tristen Konservativen, denen diese Art der Liebe nicht ins Weltbild passt.

„Chuck und Larry“ schafft meiner Meinung nach das Kunststück weder in die komödiantische Ecke noch in die Drama-Schiene abzurutschen. Jede ernste Szene wird durch einen geschickt eingestreuten Witz aufgelockert, während die Dramaturgie der Geschichte dafür sorgt, dass der Humor nicht über die Stränge schlägt. Immer wieder gibt es hier neben – den eben doch vorhandenen – Klischee-Witzchen Momente, in denen man ein wenig nachdenklich wird.

Mein persönliches Highlight war eindeutig Larrys Sohn, der sowohl durch seine Ballett-Ambitionen als auch durch seine glitzernden Bühnen-Kostümchen erahnen lässt, welche sexuelle Orientierung man später von ihm erwarten kann. Einfach klasse! Und auch Adam Sandler hat mir wieder sehr gut gefallen und wird für mich so langsam aber sicher doch noch zum Sympathie-Träger, auch wenn die Rolle des Feuerwehr-Playboys weit weniger anspruchsvoll ist als die des in sich gekehrten Trauernden in „Die Liebe in mir“.

Fazit: rundum ein Film, der nicht nur zu unterhalten weiß, sondern auch einige wichtige Denkanstöße geben kann. Natürlich wird auch dieser Film keinen Saulus zum Paulus machen, eine gekonnte Art der Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität ist er aber allemal.

Bewertung:

Posted in Film, Meinung

3 Responses to “Filmkritik: “Chuck & Larry – Wie Feuer und Flamme””

  1. on 26 Sep 2007 at 06:541der toby

    Ich weiß nicht ob man eine Aneinanderreihung von Klischees als “eine gekonnte Art der Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität” bezeichnen sollte.

    Gerade heterosexuelle Männer neigen dazu “das Unbekannte” zu stilisieren. Sicher: Manchmal ist Humor die einzige Art etwas “Fremdes” als Thema darzustellen. Und es hat sicher sein Gutes, dass das Thema Homosexualität auf diese Weise Eingang in die öffentliche Diskussion finden könnte.

    Wenn nun es aber vielen Eltern eben aufgrund des von solchen Filmen geprägten Bildes über Homosexuelle schwer fällt das Coming Out ihrer Tochter oder ihres Sohnes zu akzeptieren, wenn ich dir aber sage, dass es genügend konservative und ländliche Regionen in Deutschland gibt, in denen sich Menschen davor fürchten sich zu ihrer sexuellen Orientierung zu bekennen, weil sie Angst davor haben “zu denen da” zu gehören, dann kann ich die Aussage “eine gekonnte Art der Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität” leider nicht unterschreiben.

    Viele jungen Männer fühlen sich deshalb stärker den je der Frage “Bist du schwul, oder was?” ausgesetzt.
    Bedenke bitte, dass nicht in allen deutschen/europäischen Städten eine tolerante Atmosphäre vorherrscht. Der Norder ist da sicher eine Ausnahme und im Harz sieht das alles auch schon wieder ein bisschen anders aus.

  2. on 26 Sep 2007 at 08:102Hausmeister

    @Toby:
    Für mich war der Film vor allem deswegen so gut, weil er eben nicht nur eine Aneinanderreihung von Klischees gewesen ist. Klar kommt auch dieser Film nicht ohne die üblichen Klischees aus. Und dass die anfangs mobbenden Feuerwehrleute ihre beiden schwulen Kollegen zum Schluss doch wieder lieb haben, ist sicherlich auch nicht gerade realistisch. Happy End eben.

    Aber meiner Meinung nach bietet der Film durchaus Denkanstöße, die andere Filme (wie etwa “Born To Be Wild”, “Rache ist süß” und ein Dutzend andere) der jüngeren Vergangenheit, schuldig geblieben sind. Zumal: die Schwulenhasser werden in diesem Film ja nun auch nicht gerade in einem glorifizierenden Licht dargestellt. Also zu den Demonstranten, die vor der Schwulen-Party protestieren, kann man zumindest keine Sympathien aufbauen. Sie werden als verknöcherte Konservative dargestellt, die in ihrem alten Weltbild festhängen anstatt die Farbe und die Lebensfreude vor Ort zu erfassen.

    Auch in einigen anderen Szenen wird die Dummheit der Ausgrenzung von Homosexuellen gut auf den Punkt gebracht (etwa “Als er Deinen kleinen Arsch aus dem Feuer gerettet hat, war es Dir herzlich egal, dass er schwul ist.”)

    Die von Dir zitierte Äußerung sollte im Kontext gesehen werden. Klar gibt es auch im Bereich Film wesentlich bessere, intensivere Auseinandersetzungen mit dem Thema Homosexualität. Aber gerade im Bereich der Komödie (deren Intention es ja nicht unbedingt ist, die Denkstrukturen von Menschen zu verändern, sondern vornehmlich nur zu unterhalten) habe ich in der Vergangenheit eben sehr viele Filme gesehen, in denen genau das Klischee bedient wird, von dem Du sprichst – ohne Hinterfragen.

    “Chuck und Larry” zeichnet sich meiner Meinung nach eben gerade dadurch aus, dass er einen nicht nur mit diesem Klischee alleine lässt, was natürlich ein “Da siehste mal wieder: so sind ’se, die Schwulen…” prpovozieren würde. Vielmehr wird hier nicht nur gezeigt wie manche Vollidioten sich mit ihren Anti-Schwulen-Sprüchen vor ihren Freunden profilieren, sondern eben auch was für Reaktionen es bei den Betroffenen auslöst.

    Die Message des Films wurde zumindest für mich sehr deutlich: “Jeder sollte so leben können wie er mag.” Und deswegen finde ich die Aufarbeitung des Themas – im Rahmen einer amreikanischen Komödie – durchaus gelungen.

  3. on 01 Okt 2007 at 22:543Tshalina

    Ich war auch im Kino und hab ihn mir angesehen. :) Ich fand ihn gut.

  • Letzte Artikel

    • Filmkritik: “The Crazies”
    • Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • Filmkritik: “Robin Hood”
    • Filmkritik: “Keep Surfing”
    • Filmkritik: “Iron Man 2”
  • Aktuelle Kommentare

    • Tobias bei Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • hausmeister bei Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • FS bei Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • derhenry bei Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • Das bloggende Hannover » Blog Archiv » Monatsrückblick Mai 2010 bei Filmkritik: “Iron Man 2”
  • IMG_0444IMG_0443IMG_0442IMG_0441IMG_0440IMG_0439

Das Blog-Ha.us © 2010 All Rights Reserved.

Free WordPress Themes | Fresh WordPress Themes