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Filmkritik: “Transamerica”

Mrz 17th, 2006 by Hausmeister

Bree Osbourne ist eine Frau im Männerkörper. Durch plastische Operationen und Hormonbehandlung wirkt sie äußerlich bereits wie eine Frau. Nur der entscheidende Schritt – die tatsächliche Geschlechtsumwandlung – steht kurz bevor. Eine Woche vor der OP erhält sie einen Anruf aus dem Knast von einem jungen Mann, der sich als ihr Sohn ausgibt, entstanden in einer kleinen Liebelei zu Highschool-Zeiten. Bree verleugnet, dass sie “früher” Stanley hieß und legt verwirrt auf.

Nachdem ihre Therapeutin ihr die Genehmigung zur Geschlechtsumwandlung vorenthält bis Bree die Sache mit ihrem Sohn geklärt hat, also mit sich selbst im Reinen ist, fährt Bree nach New York und holt ihren Sohn Toby aus dem Gefängnis – für die für drogensüchtige Strichjungen übliche Kaution von einem Dollar. Sie gibt sich allerdings nicht als Vater zu erkennen, sondern schlüpft in die Rolle einer christlichen Missionarin, die sich um straffällige Jugendliche kümmert.

Für ihre Operation muss Bree nach Los Angeles reisen. Da der eigentliche Wohnort von Toby auf dem Weg liegt, beschließt sie den Ausreißer mitzunehmen. Dieser geht allerdings davon aus, dass er bis nach L.A. mitkommen kann, um dort eine Karriere im Film-Business zu starten. So starten sie gemeinsam an die Westküste. Und wie es eben so kommen muss, gerät Brees Tarnung immer mehr ins Bröckeln.
Der Film lässt sich wohl am besten als ein tragik-komischer Road-Movie bezeichnen. Da er ebenso wie “Brokeback Mountain” diverse Filmpreise bekommen hat und ebenfalls von einem stark tabuisierten Thema handelt, fällt es schwer keine Vergleiche zu ziehen. Genau wie BM nimmt sich dieser Film viel Zeit und Ruhe für seine Charaktere. Am Anfang empfand ich den Film als langsam vor sich hin plätschernd, was mir aber nach und nach immer besser gefiel. Keine großen Effekte, kein wilder Aktionismus, keine platten Gags, sondern hin und wieder ein paar schön eingestreute subtile Witze zum Thema – schöne Mischung.

Meiner Meinung nach hätte Felicity Huffman für ihre Darstellung der Bree den Oscar mehr verdient gehabt als die – sicherlich auch gute – Reese Witherspoon für June Carter in “Walk the Line”. Wird vermutlich auch an der konservativen Jury gescheitert sein.

Fazit: ein sehr eigenwilliger Road-Movie über eine ganz besondere Vater-Sohn-Beziehung. Empfehlenswert.

Bewertung:

Bester Satz: “Junge, komm doch rein. Wir haben eine sehr schöne Klimaanlage.”

Posted in Film, Tickets, Tutti Completti

2 Responses to “Filmkritik: “Transamerica””

  1. on 18 Mrz 2006 at 14:231der toby

    Danke für deine “Rezession”. Werde mir diesen Film wohl auch angucken.

  2. on 19 Mrz 2006 at 01:562Olly

    Dann muss ich wohl auch noch ins Raschplatzkino. Danke für die Kritik.

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