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Filmkritik: “Enttarnt” »

Filmkritik: “Ratatouille”

Okt 11th, 2007 by Hausmeister

Inhalt:

Die kleine Ratte Remy ist des Rattenlebens überdrüssig: als einziges Mitglied der riesigen Familie bevorzugt sie anspruchsvolles Essen und keinen Müll. Auch der ausgesprochen gute Geruchssinn kommt Remy zugute. Anstatt auf Müllkippen nach leidlich Essbarem zu suchen, durchblättert er lieber als „Lese-Ratte“ diverse Kochbücher. Durch die Wirren des Schicksals wird Remy von seiner Familie getrennt und landet in der Gourmet-Metropole Paris. Dort schleicht er sich in das einstmals beste Restaurant der Stadt. Das nach dem Tod des Chefkochs nun versucht an den Glanz der alten Tage anzuknüpfen.

Nach kurzem Gastspiel und großer Aufruhr in der Küche wird Remy von der talentlosen Küchenhilfe Linguini gefangen. Doch als dieser merkt, dass die Ratte durch Kopfnicken mit ihm „sprechen“ kann, bringt er es natürlich nicht über’s Herz Remy in die Seine zu werfen. Stattdessen bilden die beiden nun ein erfolgreiches Team: auf wundersame Weise durch Remy gesteuert, avanciert Linguini zum neuen Meisterkoch. Der untergegangene Stern des Edel-Restaurants scheint wieder aufzugehen. Wenn da nicht Küchenchef Skinner wäre…

Kritik:

ratatouille_poster11.jpgJa, der Dramaking hat Recht wenn er mich einen „Umfaller“ nennt. Schließlich wollte ich es möglichst umgehen diesen Film zu sehen, ging mir doch die ganze Werberei dafür seit einiger Zeit mächtig auf den Geist. Doch kaum hatte der Film begonnen, hat er mich in seinen Bann gezogen. Um es kurz zu fassen: „Ratatouille“ ist einer jener wenigen Filme, die man nicht nicht mögen kann. Dafür ist alles viel zu liebevoll gemacht und alle Charaktere zu sympathisch.

Angefangen natürlich bei Remy: abgesehen von der technisch perfekten Umsetzung verfügt diese kleine Ratte über eine so grandiose Mimik, das man ihr am liebsten stundenlang das Bäuchlein kraulen möchte. Doch auch die anderen Personen sind prima in Szene gesetzt. Linguini überzeugt durch seine Trotteligkeit. An ihm hat mir besonders der liebevoll gemachte Bartflaum am Kinn gefallen, der ihn irgendwie noch eine Ecke „echter“ und vor allem drolliger wirken lässt.

Das Küchenpersonal besteht aus einer bunt zusammengewürfelten Truppe, in der jeder für sich seinen eigenen Typus prima verkörpert. Der mysteriöse vorbestrafte Deutsche ebenso wie die charmante Küchen-Diva mit heftig „frooohnzööööösischem“ Akzent. Mein persönliches Highlight – neben Remy – war jedoch der garstige Küchenchef Skinner, der wohl Knickerigkeit und Boshaftigkeit so gut in Szene setzt wie kaum ein anderes Animations-Geschöpf. Ein echt tolles, grimmiges „Knautschgesicht“, das man dann doch irgendwie lieb haben muss.

Vor allem die technische Umsetzung ließ mich ein ums andere Mal staunen. Nicht nur, dass alle Materialien – egal ob Fell oder Zwieback – absolut echt aussahen (ich sage nur „Rattenfell nach Blitzeinschlag“…), auch die Regeln der Physik wurden so gut es geht nicht überstrapaziert. Alles wirkt jederzeit rund und nicht abgehoben cartoonhaft.

Selbst storytechnisch liegt der Film über dem Durchschnitt. Viele kleine Nebenhandlungen ergeben am Ende ein schlüssiges Ganzes und bringen den Film zu einem erfüllenden Ende. Und auch wenn ich es nach meinem Geunke noch vor wenigen Tagen nur ungern zugebe: „Ratatouille“ war einer jener wenigen Filme, bei denen man am Ende traurig ist, dass sie vorbei sind. Natürlich bietet dieser Film „nur“ leichte Unterhaltung, aber davon so viel wie ich sie selten im Kino gesehen habe. Wer nicht mit einem Lächeln auf den Lippen aus dem Kino kommt, bedarf sicherlich ärztlicher Behandlung.

Bewertung:
5 Sterne

Posted in Film, Meinung

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