• Home

Das Blog-Ha.us

Irgendwas ist ja immer…

Feed on
Posts
Comments
« Filmkritik: “Das Waisenhaus”
Filmkritik: “Keinohrhasen” »

Filmkritik: “Eastern Promises – Tödliche Versprechen”

Jan 21st, 2008 by Hausmeister

Filme rund um das organisierte Verbrechen haben häufig einen ganz besonderen Charme. Meist spielt „die Familie“ eine große Rolle und fast immer entstehen Probleme, denen sich die Protagonisten machtlos gegenüber sehen. Die Macht der Mafia scheint unbegrenzt, kein Mensch ist vertrauenswürdig und somit eine Lösung der Probleme stark erschwert bis unmöglich.

Ähnlich ergeht es der jungen Hebamme Anna. Sie bringt in einer Londoner Klinik das Kind einer unbekannten Frau zur Welt, die bei der Geburt stirbt. Um Rückschlüsse auf die Identität der blutjungen Mutter ziehen zu können, durchsucht Anna ihre Tasche und findet dort ein auf Russisch geschriebenes Tagebuch. Als ihr aus Russland stammender Onkel Teile des Tagebuchs übersetzt, warnt er Anna vor dessen Brisanz. Und so kommt es, dass sich sehr schnell einige dunkle Personen der Russen-Mafia bei Anna melden, um von ihr die Herausgabe des Tagebuchs zu fordern. Denn was dort geschrieben steht, könnte den „Russichen Paten von London“ zu Fall bringen.

Ich gebe zu: ich bin von diesem Film ziemlich enttäuscht. Wirkte die Jagd nach dem Tagebuch im Trailer spannend, so empfand ich die komplette Story doch als eher zäh. Gut: mit Vincent Cassel war einer meiner liebsten Schauspieler in einer Hauptrolle zu sehen. Viggo Mortensen wirkte mit seinen üblen Tätowierungen schon ganz imposant und auch Armin Müller-Stahl gab den „Paten“ durchaus glaubhaft. Einzig die Spannung fehlte mir. Klar: nicht jeder Mafiafilm muss mit Verfolgungsszenen und wilden Schießereien glänzen. Die Besten Szenen in „The Departed“ waren nicht Jack Nicholsons Gewalt-Exzesse oder DiCaprios Schusswechsel, sondern vielmehr die intensiv geschauspielerten Versteckspiele – das Aufrechterhalten der eigenen Tarnung in spannenden Dialogen, das für akute Atemnot sorgte. Doch selbst jene Szenen, in denen Anna mit der Übermacht der Mafia konfrontiert wird, deren Bereitschaft zur Gewalt ebenso allgegenwärtig ist wie ein zum Sprung bereiter Tiger, konnten mich nicht fesseln. Alles eine Spur zu belanglos, so dass die ein, zwei überraschenden Wendungen des Films leider auch ihre Wirkung bei mir verfehlten.

Was ich dem Film allerdings sehr zugute halten muss: er wirkt realistisch. Gerade der Verzicht auf Ballerorgien am Piccadilly und Verfolgungsjagden über die Tower Bridge lassen den Film wie gelebten Alltag wirken. Gewalt spielt sich hier im Hinterzimmer ab, wie im echten Leben. Zu jedem Zeitpunkt wirkt der Film „echt“. Nur leider reicht das zusammen mit einer guten schauspielerischen Leistung der Hauptdarsteller trotzdem nicht für eine gute Note, wenn die Story mir derart egal ist und mich nicht gefangen nehmen kann.

Bewertung:

Posted in Film, Meinung

Comments are closed.

  • Letzte Artikel

    • Filmkritik: “The Crazies”
    • Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • Filmkritik: “Robin Hood”
    • Filmkritik: “Keep Surfing”
    • Filmkritik: “Iron Man 2”
  • Aktuelle Kommentare

    • Tobias bei Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • hausmeister bei Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • FS bei Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • derhenry bei Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • Das bloggende Hannover » Blog Archiv » Monatsrückblick Mai 2010 bei Filmkritik: “Iron Man 2”
  • IMG_0444IMG_0443IMG_0442IMG_0441IMG_0440IMG_0439

Das Blog-Ha.us © 2010 All Rights Reserved.

Free WordPress Themes | Fresh WordPress Themes