Filmkritik: "Iron Man"
Mai 10th, 2008 by Hausmeister
Lange, lange habe ich mich auf diesen Film gefreut, für den bereits im vergangenen Jahr die Werbetrommel gerührt wurde. Ein Superhelden-Film mit meinem Liebling Robert Downey Jr. in der Hauptrolle! Vielleicht kommt es mir sogar zugute, dass ich die Comic-Vorlage überhaupt nicht kenne. Schließlich ist einer der häufigsten Kritikpunkte an dem Film die mangelnde Vorlagen-Treue, die sich vor allem darin äußert, dass verschiedene Charaktere ganz andere Eigenschaften haben als im Heft. Tja, und da mir diese Kritik somit fern ist, bleibt mir eigentlich gar nix zu meckern!
Tony Stark hat von seinem Vater ein Imperium geerbt: er gehört zu den weltweit erfolgreichsten Waffenhändlern. Natürlich beliefert er nicht nur das US-Militär mit seinem explosiven Spielzeug, sondern eigentlich alle, die seine Waffen irgendwie gebrauchen können. Arrogant und skrupellos, so kennt man ihn. Bis er eines Tages von Terroristen entführt wird. Sie fordern von ihm, in einer abgelegenen Höhle eine seiner Waffen nachzubauen. Doch anstatt den Terroristen in die Hände zu spielen, konstruiert Stark einen gepanzerten Anzug, mit dem ihm die Flucht aus der Gefangenschaft gelingt.
Zu Hause angekommen muss er erkennen, dass seine Waffen nicht nur die Bösen von der Bildfläche pusten, sondern auch unschuldigen Zivilisten viel Leid bringen. Und so verkündet er vor der versammelten Welt-Presse, dass sein Unternehmen zukünftig keine Waffen mehr bauen wird, sondern sich vielmehr bei der Entwicklung von alternativen Energiequellen engagieren wird. Im stillen Kämmerlein bastelt Stark an einem neuen Super-Anzug, mit dem er den bösen Menschen dieser Welt den Garaus machen will.
Wow! Dieser Film ROCKT! Im wahrsten Sinne des Wortes, denn zu Beginn des Filmes bekommt man ein knallhartes Riff von AC/DC auf die Ohren, während am Ende passender weise „Iron Man“ von Black Sabbath aus den Boxen dröhnt. In vielen Action-Szenen gibt es ein ordentliches Gitarren-Brett zu hören, was wirklich gut zu dem Film passt.
Wäre ich eine Frau gewesen, hätte ich vermutlich 120 Minuten lang Robert Downey Jr. angeschmachtet. Als Mann bleibt es mir, dem ehemaligen abgestürzten Kokser meinen größten Respekt zu erweisen: sich selbst in den Arsch zu treten und sich noch mal dermaßen „in shape“ zu bringen. Chapeau.
Der Film macht eigentlich alles richtig, was er richtig machen kann. So muss ein Superhelden-Film aussehen: nicht zu viel Action, aber auch nicht zu viele vertiefende Gedankenspiele über Gut und Böse wie in „Spiderman“ oder „Batman“, möglichst wenig Love-Story (das ist der Teil, den ich an Spidey immer so gehasst habe – im Gegensatz zu Kirsten Dunst an sich…) und sich selbst in keiner Sekunde zu ernst nehmen. „Iron Man“ überzeugt vor allem dadurch, dass Stark nicht als überhöhter Superheld daher kommt, sondern in vielen Szenen auch sehr viel Schwäche und Unvermögen zeigt. Kaum etwas läuft mal wirklich rund, perfekt sieht anders aus. Allein seine Selbstversuche sich mit seinem neuen Anzug anzufreunden, unterhalten ebenso hervorragend wie seine selbstherrlichen Dialoge.
Die Sympathien hat Stark schon von Beginn an auf seiner Seite – nach ein paar frechen Sprüchen und einer dermaßen betörenden Arroganz kein Wunder. Und so riss mich der Film dermaßen mit, wie es zuletzt wohl im vergangenen Jahr „Stirb Langsam 4.0“ geschafft hat. Zumindest habe ich schon ab seiner Ausbruchs-Szene mit einem innerlichen „Jaaa, zeig’s ihnen! Gib ihnen Saures!“ und gedanklich hochgestreckter Faust mitgefiebert.
Natürlich ist der Film weit ab vom Realismus. Dass ein dahergelaufener Unternehmersohn unter den Augen seiner Feinde unbemerkt einen solchen Kampfanzug konstruieren kann und obendrein noch mit höhleneigenen Bordmitteln eine innovative Energiequelle erfindet, die unsere Welt revolutionieren wird…“Hey, it’s a superhero-movie!“ Wenn man bereit ist sich inhaltlich darauf einzulassen, dass der Film aus einer Comic-Welt entsprungen ist und all diese Bedenken guten Gewissens über Bord wirft, bekommt man hier Unterhaltung par excellence.
Von der Besetzung her kann nicht nur Downey jr. glänzen. Gwyneth Paltrow als seine Assistentin Pepper Potts macht optisch noch viel mehr her als die grundsoliden CGI-Effekte, Jeff Bridges verkörperte für mich die fleischgewordene Comic-Figur schlechthin und wirkte auf mich wie aus einem Heft entsprungen. Nur Terrence Howard hatte in seiner Rolle leider nicht wirklich viel Platz, um zu glänzen.
Fazit: smarte Sprüche, atemberaubende Technik (nicht nur der Audi R8…), rockiger Soundtrack, gute Besetzung, nicht überladen mit zu viel Action, dafür viele Lacher, die dem Film dennoch seine Coolness nicht nehmen – einfach klasse!
Zum Schluss noch ein kleiner Verweis auf die umfangreiche Kritik vom Wortvogel, die ich Silbe für Silbe unterschreiben kann. Zusammengefasst: Iron Man – love it!
…und just in dem Moment, wo dieser Artikel online geht, sehen wir den Film ein zweites Mal!!!
Bewertung:






