Filmkritik: "Jumper"
Jun 25th, 2008 by Hausmeister
Der 15-jährige David bemerkt in einer Ausnahmesituation, dass er die Fähigkeit hat, sich nur mit Gedankenkraft zu teleportieren. Erschreckt er zunächst über sein neues Talent, das er anfangs auch nicht wirklich im Griff hat, leistet ihm das Teleportieren später gute Dienste. Wie praktisch wenn man sich mal einfach so in den Tresorraum einer Bank denken kann, um nur Sekunden später die Geldbündel auf dem heimischen Bett zu verteilen. Und auch die Fähigkeit sich nach One-Night-Stands perfekt aus dem Staub zu machen, dürfte ihm so mancher neiden. So bereist er denn nun in Sekundenbruchteilen die Welt, frühstückt auf dem Kopf der ägyptischen Sphinx, um am selben Tag durch ein verregnetes London zu trotten und zum krönenden Abschluss auf den Wellen vor Hawaii zu surfen. Dummerweise gibt es die geheime Vereinigung der Paladine. Diese Glaubenskrieger sind der Meinung, dass niemand außer Gott eine solche Fähigkeit besitzen sollte und kämpfen seit Jahrhunderten gegen die sogenannten Jumper. Auch David muss erkennen, dass er nicht der einzige Jumper ist – der zudem noch ein gefährliches Leben führt…
Neben der Vorstellung sich unsichtbar machen oder fliegen zu können, ist sicherlich die Fähigkeit sich per Gedankenkraft teleportieren zu können eine der Top-Träumereien schlechthin. Entsprechend auffällig wird mit dem übernatürlichen Talent auch in „Jumper“ kokettiert. Da reicht es nicht von einem Raum zu einem anderen zu flitzen: „Jumper“ zieht sehr viel Charme aus der Tatsache, dass David sich vor allem an den „Top-Places“ der Welt herumtreibt. Der schnelle Wechsel zwischen Pyramiden, Times Square in New York, Big Ben in London, Kolosseum in Rom und was weiß ich nicht alles, hat schon einen besonderen Reiz. Eben weil es Orte sind, die einem leidlich vertraut sind. Anfangs macht dieses Bäumchen-wechsel-Dich-Spiel auch ziemlichen Spaß. Nur leider ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem der schnelle Ortswechsel ausgereizt ist und der beduselte Zuschauer mal einen Blick hinter die Fassade wirft. Und da stößt er auf eine Handlung, die nicht wirklich viel hergibt. Der Kampf „Gut gegen Böse“ bleibt ohne jegliche Tiefe. Der sogar im Trailer benutzte Ausspruch „Alles im Leben hat Konsequenzen!“ ist da schon das höchste der Gefühle, wenn es um eine Art Moral von der Geschichte geht.
Eine angedeutete Liebesgeschichte bleibt sehr oberflächlich und vermag dem Film auch keinerlei Dramatik hinzuzufügen. Als Zuschauer könnte man sich überdies die Frage stellen, warum die Jumper anscheinend alle Einzelkämpfer sind, anstatt sich mal zu vereinigen und dem Treiben der ebenfalls organisierten Paladine den Garaus zu machen. Doch wer diese Frage stellt, begegnet „Jumper“ mit zu hohen Ansprüchen. Man sollte die Essenz des Films auf einem „Wäre das nicht cool?“ beruhen lassen und den Rest der Story einfach geduldig ertragen.
Schauspielerisch gibt’s auch nicht viel zu vermelden. Hayden Christensen hat in etwa den Charme einer lauwarmen Kinder-Cola, seine Film-Freundin Rachel Bilson wirkt wie eine noch harmlosere Version von Reese Witherspoon in brünett. Einzig Samuel L. Jackson geht wieder voll auf in seiner Rolle des coolen Haudegen – leider mit viel zu wenig Screentime. Nach seinem Kurzauftritt in „Iron Man“ freue ich mich da lieber auf seine Rolle als Nick Fury, die schon in “Iron Man” ganz kurz aufgeblitzt ist…
Zwei positive Punkte kann ich an diesem Film finden: a) dass die Reise quer durch die Welt in wenigen Sekunden anfangs schon hübsch anzusehen ist und b) dass der Film gerade mal knapp über 80 Minuten läuft. Daraus möge nun jeder selbst seine Schlüsse ziehen…
Rating: 














