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Filmkritik: “Zurück in die Zukunft, Part II”

Aug 10th, 2008 by Hausmeister

Was soll man groß Zeit verlieren wenn der zweite Teil der Trilogie zu Hause rumfliegt und die Begeisterung nach dem ersten Teil zu einem „Ach, Mitternacht ist doch keine Uhrzeit…“ führt? Ganz klar: der „Zurück in die Zukunft“-Abend wird gleich fortgesetzt mit dem zweiten Teil.

Storytechnisch knüpft der zweite Teil direkt an den ersten an, so dass am Anfang sogar einige Szenen 1:1 vom Ende des ersten Teils übernommen wurde. Machte sich Doc Brown am Ende von Teil eins auf den Weg in die Zukunft, so kehrt er am Beginn des zweiten Teils aufgeregt aus dieser zurück ins Hier und Jetzt. Im Gepäck hat er einen Auftrag für Marty: gemeinsam müssen sie verhindern, dass Martys Sohn im Jahr 2015 einen dummen Fehler begeht. Doch während die beiden behutsam versuchen, den Lauf der Geschichte nicht unnötig zu verändern, missbraucht der inzwischen greise Biff die Zeitmaschine in einem unbeobachteten Moment. Er reist zurück ins Jahr 1955 und übergibt seinem jungen Alter Ego ein Lexikon mit allen wichtigen Sportergebnissen der nächsten fünfzig Jahre. Biff wird somit zu einem reichen und mächtigen Mann, der das Leben im Jahr 1985 zu einer wahren Schreckensvision werden lässt. Ganz klar: Marty muss noch einmal zurück in das Jahr 1955 reisen, um Biff das Sportlexikon zu entreißen.

Es war klar, dass nach einem so phänomenalen Erfolg wie „Zurück in die Zukunft“ noch eine Fortsetzung kommen musste. Im Gegensatz zu einigen Sequels der heutigen Zeit, reicht der zweite Teil hingegen fast an die Klasse des ersten Films heran. Fast, denn diesmal ist alles einen ganzen Tick ernster.

Während man im ersten Teil ein fröhlich-buntes 50er-Jahre-Städtchen in den damals dominierenden zuckersüßen Pastellfarben sehen konnte, wird die Zukunft wesentlich grauer ausgemalt – da helfen auch die vielen bunten Lichter nichts. Auch das „alternative 1985“ präsentiert sich heruntergekommen, dreckig und trist. Auch der Bösewicht Biff ist in Teil zwei noch eine ganze Ecke böser. War er in Teil eins einfach der strunzdumme Sportlertyp, der seine physische Stärke dazu nutzte, um seine Mitschüler unter Druck zu setzen, ist er nun ein machtgieriger Raffzahn, der auch vor Mord und Totschlag nicht zurückschreckt. Damit hat „Zurück in die Zukunft“ meiner Meinung nach ein wenig von seiner gerade so sympathischen Naivität eingebüßt. In Teil eins war der Böse zwar auch böse, aber irgendwie eben doch nur dumm. Sei es drum…

Auch Martys zweites Abenteuer ist wieder hervorragend gestrickt worden. Die vielen kleinen Dinge, die den Film zu einem kompletten und sehr durchdachten Ganzen machen, können wieder einmal überzeugen. Was ich besonders klasse fand: da Marty ja noch einmal in das Jahr 1955 reist, sieht er sich dann in einigen Szenen selbst – Szenen, die aus dem ersten Teil bekannt sind. So wird auch die legendäre Rock’n’Roll-Szene um eine spannende Kleinigkeit bereichert.

Besonders deutlich wird im Vergleich der Fortschritt der Tricktechnik. Beschränkte sich der Effektzauber in Teil eins auf eine brennende Reifenspur beim Zeitsprung, wird im Nachfolger schon richtig was geboten. Der zeitspringende DeLorean kann fliegen, das Bühnenbild wirkt gerade in der Zukunft noch ein wenig realer und auch eine Verfolgungsjagd auf schwebenden Skateboards ohne Rollen schien im ersten Teil noch undenkbar.

Nicht nur durch den zeitlichen Beginn direkt im Anschluss an den ersten Teil fügt sich „Zurück in die Zukunft, Part II“ sehr homogen in die Filmreihe ein. Der Zuschauer bekommt die bekannten Qualitäten wie etwa eine gut durchdachte Storyline und ausgezeichnet choreographierte Action-Szenen, garniert mit einem neuen Szenario in der Zukunft. Dass die ganze Darstellerriege, die im ersten Teil noch jugendlich war, nun mit den damals möglichen Mitteln etwas halbherzig auf „alt“ getrimmt aussieht, tut dem Spaß keinen Abbruch. Auch „Part II“ ist hervorragendes Unterhaltungs-Kino.

Rating: ★★★★★★★★☆☆

Posted in Film, Meinung

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