Filmkritik: “Zurück in die Zukunft, Part III”
Aug 11th, 2008 by Hausmeister
Wie heißt es so schön: „Man soll aufhören wenn es am schönsten ist“. Ganz ist das Steven Spielberg mit seiner „Back To The Future“-Reihe zwar nicht gelungen, aber immerhin hat er mit dem dritten Teil knapp vor dem Punkt ein Ende gesetzt, an dem die Qualität der Filme nicht mehr überzeugt hätte. Teil eins war genial, Teil zwei noch ganz unterhaltsam, Teil drei läuft arg Gefahr ein bloßer Aufguss zu sein.
Professor Emmet Brown, den Erfinder der legendären Zeitmaschine, hat es in das Jahr 1885 verschlagen. Da ihm im Wilden Westen nicht genug Energie zur Verfügung steht, um einen weiteren Zeitsprung zu machen, hat er sich mit seinem Leben dort arrangiert. Er versteckt den zeitspringenden DeLorian in einer verlassenen Mine und schreibt seinem Freund Marty McFly einen Brief, der diesem im Jahr 1985 zugestellt wird. Als McFly erfährt, dass Brown eine Woche nachdem er den Brief geschrieben hat, erschossen wird, will er Brown warnen. Er holt den versteckten DeLorian und macht einen Zeitsprung zurück ins Jahr 1885. Schon geht die wilde Hatz von vorne los…
Natürlich ist klar, dass eine erfolgreiche Kuh noch mal gemolken werden soll. Im Gegensatz zu heute gab es damals weit weniger Sequels („Lethal Weapon“, „Die Hard“, „Indy“, „Star Wars“) und wenn ein Film eine Fortsetzung wert ist, dann sicherlich die Zeitreisen des Marty McFly. Doch im dritten Teil fange ich langsam an, die Lust zu verlieren. Gut, dass danach Schluss war, bevor man mit einem vierten Teil den Bogen ein wenig zu sehr überspannt.
Zwar kommen hier auch wieder die gleichen Elemente zum Tragen, die schon aus „Zurück in die Zukunft“ einen hervorragenden Film gemacht haben. Leider sind diese ganzen „Was passiert dann“-Situationen im dritten Teil weit weniger innovativ und auch auffallend seltener. Auch hier gibt es wieder die Bilddokumente, die je nach Handlung ihren Text verändern. Doch irgendwie wirkt es eben nicht mehr neu und auch nur noch halb so spannend.
Schauspielerisch kann man dem Team nichts vorwerfen: Michael J. Fox ist nun mal der einzig wahre Marty McFly, ebenso wie Christopher Lloyd immer eine Bestbesetzung für einen leicht verrückten Professor abgeben wird. Einzig XXX, der in den beiden ersten Teilen den Biff gespielt hat, wirkt hier als Cowboy-Gauner zu künstlich, zu geschminkt. Hier hätte man lieber ein originär böses Gesicht nehmen sollen, anstatt die Pausbacke mit Bart und Dreck im Gesicht zu versehen. Hervorragend hätte natürlich Clint Eastwood gepasst, zumal Marty im Wilden Westen unter diesem Namen auftritt.
Effekttechnisch kann man auch hier wieder merken, dass sich einiges getan hat, obwohl die Dichte an Effekten dünner ist als beim zweiten Teil. Dies ist natürlich der Western-Kulisse geschuldet, die weit weniger Effekte benötigt als eine phantastische Zukunft oder eine alternative Gegenwart.
Die Handlung ist zwar immer noch sehr unterhaltsam , der große Showdown ist tolles Kino zum Mitzittern. Wenn mich jedoch jemand fragt, welchen der drei Filme man denn sehen MUSS, so wird er wohl nicht nur von mir hören: „Den ersten! Den ersten!“
[Rating 7/10]






Sehr schön! BTTF zählt für mich zu den wichtigsten Film-Serien ever – Daher hat mich dein Review sehr gefreut – und wieder zeigten sich die ähnlichen Meinungen…
XXX heißt übrigens Thomas F. Wilson und hat auf YouTube ein schönes Video zum Thema “Ich und Zurück in die Zukunft”: http://www.youtube.com/watch?v=iwY5o2fsG7Y