Filmkritik: “Max Payne”
Nov 24th, 2008 by Hausmeister
Verfilmungen von Computerspielen hatten es in der Vergangenheit nicht wirklich einfach – vor allem dann nicht, wenn sie von Uwe Boll gedreht wurden (u.a. „Alone in the Dark“, „Far Cry“). Doch auch andere Regisseure tun sich schwer damit, um ein Computerspiel eine kompatible Handlung herumzubauen, die den Spielekennern ein gewohntes Umfeld, aber auch eine ausgefeilte und überraschende Story bietet. „Hitman“ und „Resident Evil“ kommen mir da als einige der wenigen Filme in den Sinn, die zumindest durchschnittlicher Qualität sind. (Dass mir persönlich das Spiel zum neuen Bond-Film besser gefällt als der Film selbst, gehört hier nicht her…)
Nun also „Max Payne“, ein seinerzeit fabelhaftes Spiel, das allerdings auch schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Zwar bot das Spiel eine ähnliche Mischung aus Action und Geschicklichkeit wie „Tomb Raider“, doch durch eine damals noch innovative Technik setzte es sich von der Masse ab: die Bullet- Time. Diese Superzeitlupen-Aufnahmen mit sich bewegender Kamera kamen damals dank den Wachowsky-Brüdern und ihrem Film „Matrix“ gerade groß in Mode. So hatte der Spieler also die Möglichkeit, in hektischen Situationen mal kurz die Zeit zu verlangsamen, um sich gemütlich um seine Feinde zu kümmern. Damals neu – heute noch zeitgemäß?
Die Story: Nachdem der Polizist Max Payne durch eine Gewalttat Frau und Kind verloren hat, geht sein Leben den Bach herunter. Während ein Täter am Tatort erschossen werden konnte, ist der vermutliche Drahtzieher in letzter Sekunde entkommen. Payne, der ein Jahr später in die unpopuläre Abteilung für ungelöste Kriminalfälle im einsamen Polizei-Keller versetzt wurde, macht sich nach Feierabend allein auf die Suche. Er stößt auf einige Verdächtige, die das gleiche Tattoo aufweisen wie einst der erschossene Mörder. Zudem scheint es eine Verbindung zu dem Chemiekonzern zu geben, in dem seine Frau gearbeitet hat – und zu einer Wunderdroge, die unbesiegbar machen soll…
Nach „The Departed“, der ihm immerhin eine Oscar-Nominierung einbrachte, hatte Mark Wahlberg wahrlich kein gutes Händchen wenn es um Drehbücher ging. Während er in „Helden der Nacht“ noch in einem zumindest durchschnittliches Krimi-Drama mitwirkte, spielte er in „The Happening“ in einem lupenreinen Flop mit. „Max Payne“ setzt diese Serie leider fort. Zwar wirkt Wahlberg als rachsüchtiger Witwer im Action-Gewand weit besser aufgehoben als seinerzeit als Biologie-Lehrer. Einzig: der Film kommt zehn Jahre zu spät.
Die Handlung ist ziemlich mau und bietet keinerlei Überraschungen. Wenn dann auch noch in ausweglosen Situationen Paynes Feinde mehrfach durch plötzlich auf der Bildfläche erscheinende Verbündete erschossen werden, fühlt man sich als Zuschauer gar nicht mehr für voll genommen.
Doch selbst das ließe sich verschmerzen, wenn zumindest die Optik stimmen würde. Zugegeben: der Film ist düster, schmutzig, räudig. Der Look ist nicht schlecht und wird nur durch den andauernden viel zu künstlich aussehenden Schnee runter gerissen. Aber die gebotenen Action-Szenen sind heutzutage nicht mehr spektakulär, darüber hinaus vollkommen uninspiriert und gar hanebüchen. Wenn ein nicht mal zehn Meter entfernt stehender Gegner um gut fünf Meter daneben schießt, nur weil in Bullet-Time zerplatzende Glasampullen spektakulärer aussehen als ein angeschossener Hauptdarsteller, darf man sich nicht wundern wenn das Publikum gähnt.
Darüber hinaus sind gut 90 % der „spektakulären“ Action-Szenen bereits im Trailer zu sehen. Will heißen: zu wenig Action – zu viele schwache Dialoge mit uncharismatischen Darstellern. Wenn es schon zwischen den Action-Sequenzen keine echte Story zu erzählen gibt, dann haut man bitte bei den Effekten umso mehr auf die Kacke: „Shoot´em up“ und selbst „Wanted“ haben das weit besser ausbalanciert.
Bezeichnend, dass Wahlberg in der letzten Einstellung mit gequältem Blick auf die Knie fällt. Man ist versucht zu rufen: „Schickt dem Jungen doch endlich mal wieder ein gutes Drehbuch!“
Rating: 















Schade… denke aus dem Stoff hätte man mehr machen können. Aber das scheint das Schicksal von “Filmen zum Spiel” zu sein.
Fand ihn auch recht lahm. Vorallem weil man die komplette Story durschaut hat sobald diese betimmte Szene kommt. Darf ich das hier verraten? Nicht das zukünftige Kinogänger ganz die Lust am Film verlieren
@Christoph:
Na wer nach so einem Verriss immer noch in den Film geht, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Also: raus damit.
Also ich hab die Story durchschaut als man das Logo des Chemiekonzerns das erste mal sieht. Dann noch der gute alte Freund der Sicherheitschef der absolut gutmütig ist und nur das beste für den kleinen Max will. Da hätte ich dann das Kino verlassen können.
Das beste am Film fand ich die Effekte im Abspann.