Filmkritik: “The Wrestler”
Mrz 13th, 2009 by Hausmeister
Was habe ich mich auf diesen Film gefreut! "Jahre" könnte man sagen. Schließlich war ich von der Machart von "The Fountain" so angetan, dass ich mir auch noch die früheren Werke von Darren Aronofsky angesehen habe. Während "Requiem For A Dream" noch halbwegs massentauglich ist, begeisterte mich sein Erstlingswerk "Pi" vor allem durch seine erschwerte Zugänglichkeit. Alle drei Filme trugen die eindeutige Handschrift von Aronofsky. Doch irgendwie war klar, dass auch der gute Darren irgendwann mal leicht verdaulichere Filme machen würde…
Die großen Zeiten des Wrestlers Randy "The Ram" Robinson sind vorbei. War er früher für Titelseiten-Schlagzeilen gut, so reicht es heute nur noch für einige Schaukämpfe vor kleinem Publikum. Nach einer Bypass-Operation soll er auf Empfehlung der Ärzte mit seinem Sport aufhören. Doch damit steht Randy plötzlich vor dem Nichts: das Verhältnis zu seiner Tochter ist mehr als eisig und auch in Herzensangelegenheiten bekommt er nur wenige Aufmerksamkeit von der Stripperin Cassidy.
"The Wrestler" ist ein tieftrauriges Drama, das seine düstere Stimmung nur selten mit ein paar hellen Momenten garniert. Überaus realistisch zeigt uns Hauptdarsteller Mickey Rourke, was teils aus den Sporthelden vergangener Jahrzehnte werden kann: ein körperliches Wrack, das nach der Abwendung vom Leistungssport in ein tiefes Loch fällt. Rourkes schauspielerische Leistung ist tatsächlich grandios wenn auch nicht aufdringlich. Zudem kommt ihm für diese Rolle sein geschundenes Äußeres sehr zugute.
Für meinen persönlichen Geschmack war "The Wrestler" nicht "aronofsky" genug. Gerade seine Filme zeichnen sich für mich dadurch aus, dass sie dem Zuschauer doch einiges abverlangen. Es fällt auf den ersten Blick nicht leicht, für seine Filme Sympathie zu empfinden, weichen sie doch teilweise sehr von glanzvollen Hollywood-Dramen und allgemein üblichen Sehgewohnheiten ab. In "The Wrestler" nun geht Aronofsky eher den Weg des geringsten Widerstands. Alles wirkt dank Handkamera sehr minimalistisch und damit irgendwie im Trend der Zeit. Der einzige Hinweis auf die mehr und mehr verblassende Handschrift Aronofskys findet sich in den vielen Einstellungen, in denen wir in bester "third-person"-Perspektive mit ihm durch Straßen und kalte Gänge laufen und nur des Wrestlers Rücken sehen.
Rourke schafft es tatsächlich, dass man von Anfang an Sympathie für diesen heruntergekommenen Burschen empfindet, der ganz tief drin herzensgut zu sein scheint. Entsprechend geht einem sein Schicksal auch sehr nahe. Die Perspektivlosigkeit und die Ablehnung von Tochter und vermeintlicher Herzdame geben dem Film eine außerordentliche Tristesse. Feel-Good sieht anders aus.
Gänzlich überzeugt hat mich der Film nicht; dafür waren meine Erwartungen auch viel zu hoch und unrealistisch. Als Drama funktioniert "The Wrestler" tadellos – nur als "Aronofsky-Film" lässt er einiges zu wünschen übrig.
Rating: 















Ich bin gespannt. Der Trailer hat mich bereits auf einen eher untypischen Aronofsky vorbereitet, auch wenn mir weiteres Werk im Stile von Pi auch besser gefallen würde.