Filmkritik: “Million Dollar Baby”
Apr 22nd, 2006 by Hausmeister

Heute haben wir endlich mal “Million Dollar Baby” gesehen und ich bin schwerst begeistert.
Eigentlich will ich über den Film gar nicht allzu viele Worte verlieren, aber einige Bemerkungen kann ich mir natürlich nicht verkneifen. Dafür hat mich der Film zu sehr beeindruckt und zu sehr berührt.
Je näher der Film seinem Ende zuging, desto größer wurde für mich ein Gefühl, das momentan immer noch überwältigend in mir ist (ich behaupte ganz frech, dass es nicht vom Wein kommt!!!). Ein Satz schwebt mir seit den letzten 30 Minuten des Films im Kopf herum. Der Satz ist begeistert, aber auch ein wenig melancholisch traurig. Ich denke: “Eigentlich bräuchte ich jetzt nie mehr ins Kino zu gehen. Ich habe soeben den perfekten Film gesehen, neben dem alle anderen verblassen.” Okay, vielleicht ist es ein wenig Überschwang, aber der Kern trifft es wirklich. Der Film ist ein Wechselbad der Gefühle.
Anfangs erfreute ich mich an den beiden “kauzigen Alten” Morgan Freeman und Clint Eastwood, die zwei Freunde spielen, die sich seit zig Jahren kennen. Frankie Dunn (Eastwood) ist der Besitzer eines Box-Studios, Eddie “Scrap-Iron” Dupris (Freeman) sein einziger Freund und “auf freundschaftlicher Basis” Angestellter. Die heruntergekommene Kellnerin Maggy (Hillary Swank) möchte von Dunn trainiert werden. Dieser lehnt ab, weil er grundsätzlich keine Frauen trainieren will. Dupris schafft es aber dann doch auf subtilen Umwegen Dunn zu ihrem Trainer zu machen.
Viel mehr Worte will ich über die Handlung gar nicht verlieren, um denen nicht zuviel zu verraten, die den Film noch nicht gesehen haben. Auf jeden Fall ist es Kino der großen Gefühle. Ist zuerst die Freude über die beiden “älteren Herrschaften”, die sich den Ball immer irgendwie gegenseitig zuspielen, kommt mit dem Erfolg von Maggy auch das Mitfiebern meinerseits. Im Gegensatz zu Box-Filmen wie Rocky verzichtet “Million Dollar Baby” zum Glück auf den ganzen Pathos, die aus Rocky-Filmen bekannten 15-ründigen Box-Schlachten und geht einen völlig anderen Weg (der zu amüsieren weiß…). Ein Grund dafür warum ich nach vielen anderen Filmen, die einen eigentlich auch “berühren” sollten – es aber irgendwie bei mir nicht taten, wieder fähig war, mich richtig auf den Film einzulassen und mit der Protagonistin mit zu bangen.
Aus diesem Himmelhochzauchzend wird jäh ein Zutodebetrübt. Bei diesem Film steckte bei mir wohl an einer Stelle der dickste Kloß im Hals, den ich jemals hatte. Er tat richtig physisch weh!
So sieht “großes Kino” aus. Die Geschichte ist einzigartig geschrieben, einzelne kleine Handlungsstränge harmonisch ineinander gewebt. Kein Wunder, dass der Film insgesamt vier Oscars gewonnen hat und für weitere drei nominiert war.
…und so schafft es ein Film an einem stinknormalen Samstagabend einfach so in meine All-Time Top-5 einzubrechen und am Thron von “Die fabelhafte Welt der Amelie” zu rütteln…
Fazit: Großes Gefühlskino mit einer durchdachten und mitreißenden Story
Bewertung:







Ach Mensch, und ich hatte den Film hier…hab ihn ungesehen wieder weggeschickt, weil mein Gatte den nicht mitgucken wollte und ich dann allein irgendwie auch keinen Nerv hatte… Toll! Und nu? Nochmal leihen, was?!
Ich wünschte es würde mehr solche Filme geben! Danke für den Tip.
[...] Besonders quälend war sicherlich der Beginn des Vergewaltigungs-Dramas “Der freie Wille” – beinahe unerträglich. Einen noch größeren Kloß im Hals hatte ich allerdings zum Ende von “Million Dollar Baby” hin. [...]
[...] 2. “Million Dollar Baby” – Kaum ein Film hat mich in den vergangenen Jahren so berührt wie dieses Meisterwerk, das nicht zu Unrecht mit vier Oscars ausgezeichnet wurde. Der Film hat alles: Freude, Trauer, Spannung, Philosophie. [...]