• Home

Das Blog-Ha.us

Irgendwas ist ja immer…

Feed on
Posts
Comments
« Herzblut-Filme des Jahrzehnts, Teil 5
Movie-Shorts »

Filmkritik: “Friendship”

Jan 15th, 2010 by Hausmeister

Wir schreiben das Jahr 1989. David Hasselhoff hat mit „I’ve Been Looking For Freedom“ gerade die Berliner Mauer zum bersten gebracht. Und während tausende von DDR-Bürgern das Begrüßungsgeld in tristen West-Städten wie Braunschweig durchbringen, haben die Freunde Veit und Tom einen anderen Plan: sie wollen nach San Franzisko, die Golden Gate Bridge sehen. Leider reicht die gute neue D-Mark nur bis New York. Von dort aus wollen sich die beiden Jungfilmer mit Aufführungen ihrer dramatischen Streifen das Restgeld an die Westküste verdienen. Natürlich geht das schief. Als Tom dann auch noch herausfindet, dass Veit nicht nur aus touristischen Gründen nach „San Fran“ will, wird die dicke Männerfreundschaft auf die Bewährungsprobe gestellt – nicht zum letzten Mal…

Auf diesen Film hatte ich dank des amüsanten Trailers eine gewisse Vorfreude. Ich freute mich auf einen Roadmovie, der uns mitnimmt, quer durch die Vereinigten Staaten, zusammen mit zwei überaus sympathischen Hauptdarstellern. Ich freute mich auf einen Film, der viel Witz zu bieten schien, ohne im simplen Klamauk zu enden wie etwa „Männersache“ mit Mario Barth. Und obwohl die Vorfreude auf diesen Film meinerseits schon ziemlich groß war, wurde sie durch den Film noch übertroffen.

Matthias Schweighöfer gilt – wenn ich die anwesende Damenwelt da richtig verstanden habe – als eines von Deutschlands männlichen „Leckerlis“. Erst vor kurzem spielte er in einem „Tatort“ eine herausragende Rolle, kurz zuvor offenbarte er sich in der Talk-und-Gag-Show „Zimmer frei“ als ein unkomplizierter, kreativer und grundsympathischer WG-Bewohner. Und auch in „Friendship“ hat er einige Szenen, in denen er nicht nur seinen Sonnyboy-Status unterstreichen, sondern auch zeigen kann, dass er wirklich was auf der Pfanne hat. Der Mann ist gut – richtig gut! Doch auch Co-Star Friedrich Mücke überzeugt auf ganzer Linie. Zusammen sind sie der extrovertierte Draufgänger und der introvertierte Nachdenker, der an den falschen Stellen den Mund nicht aufbekommt – ein liebenswertes Duo.

Die gemeinsame Reise durch die Staaten ist durchaus amüsant. Und auch wenn so mancher Ami im Film nicht wirklich gut wegkommt – irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass eine ganze Menge Leute in den Staaten dieses verquere Weltbild verinnerlicht haben. Zwar spielt die DDR nur eine sehr untergeordnete Rolle, trotzdem findet der Film mit Augenmaß die richtige Balance. Werden anfangs DDR-Spione und Paraden ins Lächerliche gezogen, so gibt es doch eine wundervolle Szene (für mich die beste im ganzen Film), die ohne Worte zeigt, dass es auch im viel gescholtenen sozialistischen System einige Dinge gibt, die man nach dem Mauerfall vermissen kann. Gänsehaut pur.

Diese und vor allem einige Szenen zum Ende hin heben diesen Film wohltuend vom Komödien-Einerlei aus deutschen Landen ab. Der Film bringt es tatsächlich fertig, in der einen Szene Schweighöfers blankes Hinterteil zu zeigen und kurz darauf wirkliche Tiefe zu bieten. Und so ist man nicht nur amüsiert und jede Minute gut unterhalten, sondern leidet auch aus ganzem Herzen mit.

Fazit: Der Titel sagt alles. „Friendship“ ist eine Ode an die Freundschaft. Freundschaften gehen durch dick und dünn. Freundschaften reifen. Und schöner als in den letzten Szenen kann man diesen Reifeprozess wohl kaum darstellen. Da war ich wirklich sehr, sehr gerührt.

Rating: ★★★★★★★★★☆

Posted in Film, Meinung

Comments are closed.

  • Letzte Artikel

    • Filmkritik: “The Crazies”
    • Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • Filmkritik: “Robin Hood”
    • Filmkritik: “Keep Surfing”
    • Filmkritik: “Iron Man 2”
  • Aktuelle Kommentare

    • Tobias bei Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • hausmeister bei Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • FS bei Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • derhenry bei Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • Das bloggende Hannover » Blog Archiv » Monatsrückblick Mai 2010 bei Filmkritik: “Iron Man 2”
  • IMG_0444IMG_0443IMG_0442IMG_0441IMG_0440IMG_0439

Das Blog-Ha.us © 2010 All Rights Reserved.

Free WordPress Themes | Fresh WordPress Themes