Filmkritik: “Armored”
Feb 1st, 2010 by Hausmeister
Nach dem plötzlichen Tod seiner Eltern muss sich Tyler allein um seinen kleinen Bruder kümmern. Der Kredit für sein Haus lässt sich mit dem mageren Gehalt als Geldbote auch nicht wirklich abbezahlen; es droht die Pfändung. Da käme ihm der Vorschlag seines Kollegen und Patenonkels Mike ja eigentlich ganz gelegen: der will gemeinsam mit einigen anderen Geldboten einen Überfall vortäuschen, um das transportierte Geld selbst einzusacken. Natürlich ist dafür ein Tag geplant, an dem die Banken traditionsgemäß große Summen durch die Gegend schippern lassen. Nach anfänglichen Bedenken stimmt Tyler dem Plan zu. Doch als die Situation etwas außer Kontrolle gerät, meldet sich sein Gewissen. Er stellt sich gegen seine Kollegen und verschanzt sich im fahruntüchtigen Panzerwagen.
Der Cast verspricht Hochwertiges: Matt Dillon, Laurence Fishburne und Jean Reno gehören zu jenen Schauspielern, die ihre Glanzzeiten zwar hinter sich haben, aber doch hin und wieder für eine Überraschung gut sein sollten. Leider wird der Film den hohen Erwartungen nicht gerecht. Schade: „Armored“ bietet keine Story von der Stange; Terroristen fehlen ebenso wie gigantische Bombenexplosionen. Statt allzu viele ellenlange Verfolgungsjagden durch New Yorker Straßenschluchten zu bieten, spielt der Film großteils auf einem brachliegenden Industriegelände. Der Verzicht auf Schauwerte kommt nur leider der Handlung nicht zugute.
Zwar wird einzelnen Charakteren relativ viel Platz eingeräumt und die Darstellung des Zerfalls des Gruppengefüges nimmt zumindest ebenso viel Platz ein wie die Action. Der gebotene Plot wäre sogar eine tolle Vorlage für ein Kammerspiel im Theater: Bande plant Verbrechen, etwas geht schief, einer will aussteigen, keiner traut mehr dem anderen. Nur leider will der Funke im Film nicht überspringen. Zu eindimensional bleiben die meisten Charaktere, zu uninspiriert wird die unkontrollierbar werdende Eigendynamik der Gruppe in Szene gesetzt.
Dass der Film mit diversen Logiklöchern zu kämpfen hat, ja teilweise den Zuschauer für dumm verkauft, sorgt nicht gerade für Sympathiepunkte. Ich für meinen Teil habe mich trotz all der Makel relativ gut unterhalten gefühlt – mehr aber auch nicht. „Armored“ ist kein Film, der auch nur in irgendeine Bestenliste eingehen wird; weder in die Tops noch in die Flops. Ja, man kann ihn gucken. Ja, er ist ganz solide und in vielen Szenen recht spannend. Nein, erinnern wird man sich schon am Jahresende nicht mehr an ihn. Höchstens vielleicht wegen des stimmigen Soundtracks, der mir trotz seiner Eintönigkeit ganz gut gefallen hat.
Was noch positiv hervorzuheben bleibt, ist die Tatsache, dass Jean Reno nach „Der Rosarote Panther 2“ und „All Inclusive“ endlich mal wieder in einem halbwegs akzeptablen Film mitgewirkt hat. Die Tendenz ist okay, lässt aber für die Zukunft viel Luft nach oben…
Fazit: Solider Thriller, der zwar eine gute Balance zwischen Action und Handlung bietet, in seiner Gesamtheit aber unauffällige Massenware bleibt.
Rating: 















[...] Armored [...]