Filmkritik: “FC Venus”
Apr 27th, 2006 by Hausmeister

Gestern also meine dritte Sneak und soviel schon vorweg: die bisher beste!
Als der Film begann viel schnell die Vorfreude von mir ab, als ich gesehen habe, dass der Film von Sat.1 produziert ist. Rufe nach “Lotta in Love” wurden laut und stimmten mich nicht gerade fröhlich. Auch als ich sah, dass es sich um “FC Venus” handelte, hielt sich die Freude in argen Grenzen. Aber alles was danach kam war PURER SPASS!
Vorab gesagt: in den ersten Minuten des Films habe ich mir gesagt “Jetzt kommt Trash, also genieß es!” Dass man von dieser Komödie nicht allzu viel Tiefgang erwarten konnte, war schon vorher klar. Also hieß es: heule nicht einem Oscar-Film hinterher, sondern lass Dich einfach mal auf diese Klamotte ein. Kurzum: meine Anspruchs-Erwartungen waren sehr niedrig.
Zur Handlung: Paul (Christian Ulmen) und Anna (die bezaubernde Nora Tschirner…;-)) ziehen unter dem Vorwand in Pauls Heimatdorf, dass er dort eine Partnerschaft in einer Rechtsanwalts-Kanzlei bekommen kann. Anna fühlt sich zwischen Karriere und Herzen hin und her gerissen (schon lustig die Tschirner als Ingenieruin zu sehen, die alten Bauarbeiter-Hasen sagt wie sie ihre Arbeit machen sollen…) entscheidet sie sich für den Umzug ins trostlose Dörfchen Imma. Als Anna herausbekommt, dass sie einzig aus dem Grund wieder in sein Heimatdorf zihenen, weil der beste Fußballspieler der “Eintracht Imma” im Koma liegt und Paul einem Hilferuf seiner alten Kicker-Truppe folgt, ist Polen natürlich offen. Bei einer Hochzeit (standesgemäß im Eintracht-Trikot) lernt sie die anderen Spielerfrauen kennen, die sich mit dem Schicksal abgefunden haben ihren Liebsten mit dem König Fußball teilen zu müssen. Doch Anna will das nicht hinnehmen. Sie fordert die Männer-Truppe heraus: wenn die Spielerfrauen ein Match gegen ihre Männer gewinnen, dann müssen diese ewig dem Fußball abschwören. Gewinnen die Männer, so haben die Frauen bis in alle Ewigkeiten zu akzeptieren, dass den Männern der Fußball wichtiger ist als die eigene Familie.
Viel mehr soll hier gar nicht erzählt werden. Ich habe mich bei diesem Film köstlichst amüsiert. Auch für Leute, die mit Fußball nicht viel am Hut haben (so wie ich), hat der Film einiges zu bieten. Es ist schon lustig mitanzusehen wie sich die Mannschaften Vorteile verschaffen wollen, zu welchen Tricks gegriffen wird, um die anderen zu besiegen. Okay, einige Nebenhandlungen sind von Anfang an sehr offensichtlich, grundsätzlich könnte der Inhalt vielleicht auch auf einen Bierdeckel passen, aber alles ist hervorragend umgesetzt. Die Rollenbesetzung ist fantastisch: gibt es bei den Männern den “gegelten Gockel”, der alle aufreißen will, den Vollproll mit Boxernase und Schnurrbart und den herrlich proletigen Ulmen, so gibt es bei den Frauen das “dicke Muttchen umme 50″ ebenso wie die sensible Barbie-Puppe, die bei Regen mit Schirm antritt. Gut auch die Besetzung von Heinz Hoenig als Ex-Trainer des AS Rom. Rundum ein Suuuuper-Film, den ich ohne die Sneak wahrscheinlich nie kennen gelernt hätte.
Doch eines sollte man dazu sagen: kennt Ihr auch dieses Gefühl einen Film noch mal zu gucken und sich zu fragen warum man da früher so drüber gelacht hat? Das könnte mir mit dem Film wohl auch so gehen. Wenn die Stimmung nicht stimmt, dann geht der Film unter. Aber die Stimmung hat gestimmt und ich bin davon überzeugt, dass sie auch beim zweiten Schauen stimmen würde!
Ich glaube, um diesen Film zu sehen muss man a) in der rechten Stimmung sein und b) nicht zuviel erwarten. Dann wird es ein gelungener Filmabend. An einigen Stellen hat der Film – zu recht! – ordentlich Applaus bekommen.
Was interessant ist: Auf der Suche nach Bildmaterial für einen Banner bin ich über zig Bilder des Films “FC Venus” aus Finnland gestoßen, der erst im Januar 2006 dort in die Kinos kam. So gesehen ist der deutsche Film ein schnell produziertes “Remake” wie seinerzeit der klägliche Versuch von RTL mit Carsten Spengemann als Schönheitschirurg ein deutsches Pendant zu “Nip/Tuck” zu basteln. Wäre interessant auch mal den finnischen Film zu sehen…
Fazit: Saukomische Fußball-Komödie um das ewige Thema “Frauen gegen Männer”
Bewertung:






