• Home

Das Blog-Ha.us

Irgendwas ist ja immer…

Feed on
Posts
Comments
« Der Hausmeister vorläufig verhaftet!
Soll ich oder soll ich nicht? »

Filmkritik: “Flutsch und weg”

Dez 1st, 2006 by Hausmeister

Diesmal gab es in der Sneak hochwertige Kost: ein Animationsfilm aus dem Hause Dreamworks (”Shrek”). Animationsfilme sind für mich immer ein wenig problematisch, weil gerade das Filme sind, für die ich in der richtigen Stimmung sein muss. Gestern war ich es, und so konnte ich den Film richtig genießen.

Zur Story: irgendwo im noblen Kensington lebt die verwöhnte Haus-Ratte Roddy in einem goldenen Käfig und wird von seinem kindlichen Frauchen über alle Maßen verwöhnt. Bis eines Tages eine Ratte aus der Unterwelt (der Kanalisation von London) auftaucht, ihr den Luxus streitig macht und sie kurzerhand mit dem Klo in die eigene alte Heimat spült.

Kaum in den dreckigen Kanälen der Großstadt angekommen, muss Roddy feststellen, dass die Welt unter seinem eigenen Zuhause einiges zu bieten hat: hier leben Ratten in kompletten Städten, die sie sich aus Abfällen und Müll zusammengebastelt haben. Auch wenn der Anblick faszinierend ist, will er doch schnellstmöglich wieder in seine heile goldene Käfig-Welt. Er lernt die sehr unkonventionelle Rita kennen, die ihn mit ihrem Kutter durch die Kanäle wieder zu seiner „Oberwelt“ bringen will. Da Rita allerdings noch eine Rechnung mit der fiesen Oberschurken-Kröte zu begleichen hat, beginnt ein aufregendes „Katz und Maus“ „Frosch und Ratte“-Spiel…

Auch wenn ich gerade im Kino „schwere Kost“ (Drama) vorziehe, hat mir dieser Film doch sehr gut gefallen. Die Handlung ist natürlich kinderfilm-gerecht relativ platt und vorhersehbar. Auch die Charaktere machen keine wirklich gravierende Entwicklung durch. Dafür haben sich die Macher allerdings viele verschiedene Figürchen ausgedacht: ein abstoßend böser Oberschurke sorgte ebenso für Spaß wie eine strunzdumme „Bodybuilder-Ratte“ oder ein eitler Frosch mit französischem Akzent und standesgemäßem Künstler-Schnurrbärtchen. Genial waren natürlich die immer präsenten Nacktschnecken! Hier und da hatten die kleinen Kriecher wirklich Szenen, die mich zum Brüllen gebracht haben (ich sage nur „High Five“…). Zum Ende des Films hin war man aber mit diesen knuffig-süß-ekligen Kreaturen doch schon ein wenig übersättigt. Und mal ehrlich: die schnuckelige alternative Ratten-Lady Rita war mit ihrer Union-Jack-Jeans und den Doc-Martens schon sehr charming (denn: sie hatte rote Haare…;-)).

Ein Manko wird Animationsfilmen jedoch noch lange, lange anhängen: dramatische Szenen wirken mit Pixel-Darstellen nicht so „touching“ wie mit Menschen. Irgendwie springt der Gefühls-Funke nicht über. Dafür haben die Macher tief in das Trickkistchen gegriffen, das Animationsfilme zu einer wahren Gag-Fundgrube macht: alles ist möglich! Mit sehr viel Liebe zum Detail waren fast in jeder Einstellung irgendwelche Kleinigkeiten versteckt, die mich immer wieder zum Lachen gebracht haben, auch wenn es eigentlich laut Handlung gerade mal einen Moment lang nichts zu lachen gab.

Fantastisch die Idee einige Wahrzeichen von London (Piccadilly Circus, Big Ben) aus alten Pizza-Packungen und Blechdosen nachzubauen! Vor allem der Wiedererkennungswert hat viel zum Witz des Films beigetragten: schon lustig wenn ein Schiff statt einer Galionsfigur vor dem Bug einen originalen Lego-Männchen-Kopf stehen hat. Oder wenn im Land der Ratten Frauen mit Blumensträußen aus Lego-Blumen umgarnt werden. Zwar habe ich nun zwei Details verraten, aber da der Film hunderte von diesen lustigen Ideen hat, nehme ich die kleinen Spolier mal auf meine Kappe. Die Verfolgungs-Jagden hatten eine Choreographie wie sie nur in Animationsfilmen so unrealistisch und dennoch spannend sein kann.

Diese Pixel-Movies haben nicht den Anspruch einen zu berühren, tragische Gefühle zu erzeugen, sondern einfach nur zu unterhalten. Und das hat dieser Film auf voller Länge getan – von der ersten bis zur letzten Minute.

Fazit: Für mehr Nacktschnecken in Kino!

Bewertung:

Posted in Film, Meinung, Tutti Completti

2 Responses to “Filmkritik: “Flutsch und weg””

  1. on 14 Dez 2006 at 01:471Herbert Schulze

    Hi,

    sagmal, hast du mal die Kritik von Andreas Menze zu dem Film gelesen? In diesem In-Fanzine aus Basel – der hat den total verrissen, den Streifen, einfach nichts mehr davon übergelassen!

    Von daher find ich, schreibst du viel zu positiv.

    H.

  2. on 14 Dez 2006 at 07:082Hausmeister

    Hmmm…Sind Filme nicht eigentlich immer Geschmackssache? Wenn Du Dir z.B. die Meinungen im heimischen Cinemaxx-Forum durchliest , wirst Du schnell merken, dass ich nicht der einige bin, der diesen Film recht gut fand. Dass der eine oder andere einen Animationsfilm verreißt, weil er vielleicht gerade mal nicht von Pixar ist, kann ich das nicht ändern. Ich persönlich fand ihn gut, und ob Herr Menze den gut oder schlecht findet, spielt bei meinen Bewertungen keine Rolle.

  • Letzte Artikel

    • Mein neues Blog
    • Filmkritik: “The Crazies”
    • Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • Filmkritik: “Robin Hood”
    • Filmkritik: “Keep Surfing”
  • Aktuelle Kommentare

    • Tobias bei Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • hausmeister bei Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • FS bei Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • derhenry bei Endlich wieder Bloggertreffen in Hannover
    • Das bloggende Hannover » Blog Archiv » Monatsrückblick Mai 2010 bei Filmkritik: “Iron Man 2”
  • IMG_0444IMG_0443IMG_0442IMG_0441IMG_0440IMG_0439

Das Blog-Ha.us © 2010 All Rights Reserved.

Free WordPress Themes | Fresh WordPress Themes