Filmkritik: “Little Miss Sunshine”
Dez 31st, 2006 by Hausmeister

Zwar haben wir diesen Film in der Sneak verpasst, aber da das Wilhelmshavener Kinoplex uns kein “Babel” bieten konnte, kamen wir doch noch in den Genuss dieses schönen Road-Movies.
Erzählt wird die Geschichte einer sehr skurrilen Familie, die sich mit ihrem klapperigen VW-Bully auf den Weg von New Mexiko nach Kalifornien macht, damit die Familienjüngste Olive dort am Schönheitswettbewerb “Little Miss Sunshine” teilnehmen kann. Das Bemerkenswerteste an diesem Film finde ich die hervorragend herausgearbeiteten Charaktere. Da haben wir Vater Richard, der als erfolgloser Motivations-Coach seinen Kindern wieder und wieder einbläut, dass Siegeswille zum Erfolg führt und damit andere letztlich zu für ihn akzeptablen Menschen macht. Mutte Sheryl ist besorgt um ihre beiden Kinder und versucht das total zerrüttete Familienglück irgendwie beisammen zu halten. Der überaus amüsante Großvater raucht Heroin und rät seinem Enkel so viele Mädels vor die Flinte zu kriegen, wie möglich, solange er noch nicht volljährig und damit strafmündig ist. Sohn Dwayne will seine Disziplin damit beweisen, dass er seit Monaten keinen Ton mehr gesprochen hat, lässt aber keine Möglichkeit aus seiner Familie zu zeigen wie sehr er sie hasst. Die kleine Olive träumt ihren Traum von der “Little Miss Sunshine” und zu guter Letzt war da noch Sheryls Bruder Frank. Nach einem Selbstmordversuch kommt er in die Obhut der Familie seiner Schwester, wo er noch am ersten Abend genötigt wird sich als Homosexuellen zu outen. Nicht gerade der beste Beginn, um nach einem Suizid-Versuch wieder Freude am Leben zu bekommen.
Der Film war einfach nur schön! Vor allem die Darsteller des rebellischen Dwayne, Frank und der Großvater sorgen konstant für viele Lacher. Auf der Fahrt nach Kalifornien scheint der Familie nichts erspart zu bleiben, aber gerade in den Momenten, in denen alles in sich zusammenzufallen droht, zeigt sich der Zusammenhalt der Familie. Und soviel sei verraten: so sehr gelacht wie zum “großen Finale” hin, habe ich seit langem nicht mehr. Die Macher haben es geschafft einen Film mit Problemen und Widrigkeiten vollzupacken und dennoch ein schönes Ende zu finden.
Auch wenn die Akteure natürlich stark überzeichnet sind, so zeigen sie doch sehr glaubwürdig wie aus dieser inhomogenen “Familien-Masse” wieder eine Familie wird, die zusammen durch dick und dünn geht. Ein Team, in dem sich jeder auf den anderen verlassen kann.
Für mich war das kurz vor Jahresschluss der beste “Sei so wie du bist, denn das ist das Beste was du sein kannst”-Film des Jahres.
Fazit: Abwechslungsreiches Road-Movie mit vielen Überraschungen und tollen Charakteren.
Bewertung:







Ich hatte die Chance diesen Film zu sehen, neulich nur knapp verpasst