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Filmkritik: “Babel”

Jan 7th, 2007 by Hausmeister

Von diesem Film habe ich mir sehr viel versprochen, gilt er doch als einer der Geheimfavoriten für Oscar, nachdem er bereits für die Golden Globes in sieben Kategorien nominiert ist. Und der Film hat gehalten was er versprach.

Zur Story: auf wundersame Weise verknüpft dieser Film das Schicksal verschiedener Menschen in Marokko, Mexiko und Japan. In der marokkanischen Wüste hüten zwei Jungen eine Herde Schafe. Um sich gegen streunernde Schakale zur Wehr setzen zu können, hat ihnen ihr Vater ein Gewehr mitgegeben. Im brüderlichen Schieß-Wettstreit kommt es zu einem verhängnisvollen Unfall: bei einer Schießübung auf einen Reisebus wir die Touristin Susan (Cate Blanchett) verletzt. Obwohl es mit ihrer Ehe nicht zum besten steht, reißt sich ihr Mann Richard (Brad Pitt) fast ein Bein aus, um für sie Hilfe aufzutreiben.

Zu Hause in San Diego hütet Nanny Amelia in beiden Kinder des Touristen-Paares. Da die Hochzeit ihres Sohnes in Mexiko ansteht, sie aber keine Vertretung finden kann, nimmt sie die beiden Kinder mit über die Grenze.

In Tokyo erleben wir das taubstumme Teenie-Girl Chieko, das sich von seiner Umwelt abgelehnt und ungeliebt fühlt. Auf Teufel komm raus versucht sie die Aufmerksamkeit der Jungs auf sich zu ziehen, um in ihrer Clique – einem Taubstummen-Volleyball-Team – nicht als Versagerin dazustehen.

Ich habe ja schon den oscarprämierten “L.A. Crash” sehr geliebt, in dem sich verschiedene Handlungen nach und nach zu einer gemeinsamen Geschichte verknüpfen. Und dieser Film ist ähnlich, aber dennoch komplett anders. Ein einziges Ereignis beeinflusst das Leben von Menschen in den verschiedensten Teilen der Welt. Sehr interessant sind die krassen Wechsel zwischen dem hochzeitfeiernden Mexiko, dem neonleuchtend-schnellebigen Tokio und der einsamen Wüste Marokkos. Drei Orte, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten werden hier meisterhaft in einer einzigen Geschichte untergebracht.

Wenn ich den Film mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es sicherlich “intensiv”. Dieser Film ist intensiv wie in der letzten Zeit kaum ein anderer. Zum einen sicherlich dadurch, dass viel mit der “Original-Sprache” gearbeitet wurde: Mexikaner sprechen spanisch, Marokkaner arabisch und Japaner eben japanisch. Nur die wenigen Dialoge der Amerikaner kommen ohne Untertitel aus.

Auch sonst ist der Film eine echte Wohltat für Auge und Ohr: er nimmt sich Zeit , zeigt die Personen auch gern in einer schon fast indiskreten Nahaufnahme, fesselt dann wieder durch die Landschaftsaufnahmen Marokkos oder schnell geschnittenen Bildern des pulsierenden Tokio.

Selbst der meist etwas oberflächlich wirkende Brad Pitt spielt in diesem Film so eindringlich, dass ich wieder mal ganz nah am Wasser bauen musste. Thank you for that!

Also, lieber Herr Jack Nicholson: der Oscar als bester Haupt- oder Nebendarsteller für “Departed” sei Dir von Herzen gegönnt – ein fieserer Typ als Du ist schwer zu finden. Aber es wäre eine Schande wenn “Babel” nicht zumindest für beste Regie, Drehbuch, Kamera oder den besonders schönen Soundtrack zumindest eine Nominierung erhalten würde.

Fazit: Ganz großes Kino

Bewertung:

Posted in Film, Meinung, Tutti Completti

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