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Live-Blog-Blättern: MAX, Ausgabe 03/2007 »

Filmkritik: “Smokin’ Aces”

Feb 22nd, 2007 by Hausmeister

Buddy „Aces“ Israel hat ein Problem. Als Zauberer zu einer wahren Showgröße in Las Vegas geworden, hat er sich ähnlich wie Frank Sinatra Freunde im Umfeld der Mafia gesucht. Auf den kriminellen Geschmack gekommen, baute er sich selbst einen Clan auf und verbesserte fortan seine Gage mit Banküberfällen und anderen üblen Machenschaften. Das sorgt für böses Blut in Mafiakreisen. Und nun das: der uralte „Pate von Las Vegas“ hätte gern vor seinem Ableben das Herz seines Konkurrenten Israel auf einem Silbertablett serviert und setzt darauf eine Belohnung in Millionenhöhe aus. Gleichzeitig handelt Israels Anwalt mit dem FBI einen Deal aus, bei dem der ohnehin schon Gejagte als Kronzeuge gegen die Mafia aussagen soll. Es beginn ein wildes Rennen.

Gerade was die Kopfgeldjäger anbetrifft, wird kein Klischee ausgelassen. Da gibt es einen psychopathischen Killer, der sich in seiner Zeit im Gefängnis seine Fingerkuppen bis auf das Fleisch abgebissen hat, um fortan keine Fingerabdrücke mehr zu hinterlassen. Wir erleben Alicia Keys in ihrer ersten Filmrolle als Teil eines schwarzen „Killer-Pussy“-Duetts, das schon ganze Triaden ins Jenseits geschickt hat. Ben Affleck gibt einen Headhunter, der Gerüchte über die Belohnung spitz bekommen hat und weiß wo sich Israel aufhält. Höhepunkt allerdings sind die Tremor-Brothers, drei dumpfe, aggressive Neo-Nazis, die in ihrer Gewaltbereitschaft einem Staffordshire mit Tollwut ähneln.

„Smokin’ Aces“ kommt als eine halbgare Mischung aus „Ocean’s Eleven“ und „Pulp Fiction“ daher. Ähnlich „Ocean’s Eleven“ erleben wir hier verschiedene Teams, die – unterlegt von einem trenig-lässigen Soundtrack – auf ein Ziel hinarbeiten. Was sich jedoch im Top-Film mit George Clooney und Brad Pitt am Ende zu einem findig durchdachten Coup entwickelt, kann bei „Smokin’ Aces“ nur in einer bluttriefenden Gewalt-Orgie enden. Der fast schon komödienhafte Umgang mit einem derart hohen Maß an Gewalt, erinnert wiederum an „Pulp Fiction“. Dennoch reicht „Aces“ nie an die beiden (möglichen) Vorbilder heran.

Zu Beginn des Filmes wird der Zuseher hart gefordert: die ersten zehn Minuten befassen sich ausschließlich mit den Biografien fast aller Akteure – und das sind nicht wenige. Wird der Zuschauer hier mit möglicherweise wichtigem Hintergrundwissen und Geschichten überhäuft, so endet dieser faktenreiche Sermon letztlich in einem abschließenden „Alle sind hinter Israel her“. Auch am Ende verfällt der Film wieder in eine protokollhafte Aufzählung von Vorkommnissen, die durchaus Gehirnschmalz und aktives Zuhören fordert. Die gut 90 Minuten dazwischen hingegen bieten dann eher platte Action-Kost mit einigen guten Lachern.

Alles in allem hat „Smokin’ Aces“ nicht überzeugt, ohne ein schlechter Film zu sein. Fans von Gewaltorgien werden ebenso auf ihre Kosten kommen wie Freunde des „üblichen“ Action-Genres. Wer jedoch einen rundum spannenden, coolen Film mit vielen Überraschungen und Wendungen erwartet, der wird eher enttäuscht sein und statt der DVD eher den durchaus sehr guten Soundtrack kaufen.

Fazit: Weder Fisch noch Fleisch – Action-Freunden wird es dennoch gefallen.

Bewertung:

Posted in Film, Meinung, Tutti Completti

2 Responses to “Filmkritik: “Smokin’ Aces””

  1. on 23 Feb 2007 at 12:161der toby

    Dann habe ich also nichts verpassst :-)

  2. on 06 Mrz 2007 at 19:472Francis

    Hallo!

    Habe mir heute auch den Film angeschaut, und ich muss sagen, dass ich die Kritik im großen und ganzen teilen kann.
    Es werden eben arg viele Klischees bedient – und auch einige Anspielungen an Filmklassiker (von z.B. “TRUE ROMANCE” bis “DAS ENDE” (die Szene am Anfang, als die “Neos” aus dem schwarzen Oldsmobile schießen…)

    Auch habe ich -ehrlich gesagt- das Ende nicht ganz verstanden:
    Wollte das FBI Israels Tod von Anfang an zugunsten der Herztransplantation in Kauf nehmen ?? *grübel*

    Auch denke ich, dass es mehrere Versionen des Films gibt. Schließlich wurde in vielen (Vor-)besprechungen auch sehr deutlich die Rolle eines Transvestiten in einem Hasenkostüm (Anspielung auf Silent Hill 3?) be-
    schrieben. Es war insgesamt eine nur sehr kurze Szene.
    -Nicht, dass ich das unbedingt “bräuchte” – aber es kommt mir schon merkwürdig vor, so als wären die meisten dieser Szenen der Schere zum Opfer gefallen…

    Liebe Grüße aus Aachen

    FRANCIS

    mein Block(g): http://francis-welt.blog.de

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