Filmkritik: “Spider-Man 3″
Mai 19th, 2007 by Hausmeister

Der dritte Teil der Superhelden-Saga lässt sich mit wenigen Worten beschreiben: höher, schneller, weiter – aber auch besser?
In der Beziehung zwischen Peter Parker und seiner Mary Jane kriselt es gewaltig: während er dank seiner Heldentaten die volle Sympathie der gesamten Stadt genießt, endet Mary Janes hoffnungsvolle Broadway-Karriere mit unzähligen Zeitungs-Verrissen. Als wäre das nicht schon Belastungsprobe genug für das junge Glück, wird Peter auch noch von einer düsteren Substanz aus dem Weltall heimgesucht, die ihn zu einem unausstehlichen Arschloch mutieren lässt. Immerhin scheint sich Peters Verhältnis zu seinem ehemals besten Freund Harry Osborn wieder zu bessern: nach einem Kampf der beiden kontrahierenden Superhelden leidet letzterer an einer Amnesie und weiß gar nicht mehr, dass er Peter den Tod seines Vaters anlastet. Doch der Frieden währt nicht lange. Zusätzlich versetzen natürlich wieder diverse Schurken New York in Angst und Schrecken…
Zugegeben: der Film war bombastisch, ein Effekt-Feuerwerk, das seinesgleichen sucht. Vor allem die Mutation des Verbrechers Flint Marko zum gefürchteten Sandman hat mir die Sprache verschlagen. Von Venom habe ich mir dank seines furiosen Kurz-Auftrittes zwar ein wenig mehr versprochen, aber alles in allem muss man dem Film natürlich schon zugestehen, dass er effekt-technisch voll auf der Höhe der Zeit ist und beeindruckend aufzeigt was inzwischen alles machbar ist.
Auch habe ich mich nicht an der etwas ausgeweiteten Love-Story gestört. Spidey verkommt keineswegs zu einer Romanz-Schmonzette. Alle „Beziehungs-Szenen“ wirkten auf mich schlüssig und nicht „too much“. Da ich in meinem ganzen Leben wohl nur ein einziges Original-Comic besessen habe, kann ich mich natürlich auch nicht den echten Fans anschließen, die der dritten Verfilmung fehlende Werktreue vorwerfen.
Für mich war „Spider-Man 3“ ein Film, der mich mitreißen konnte. Eine gelungene Mischung aus Spannung, etwas Love-Story, etwas Humor und einem Feuerwerk an Special Effects. Mich hatte der Film jede Minute lang im Griff, Längen konnte ich nicht ausmachen.
Mein Rat: Kiefer ausklinken, staunen und nicht vergessen, dass es sich um eine Comic-Verfilmung handelt. Wer dem Film wirklich vorwirft, dass in manchen Action-Szenen die weltliche Physik außer Kraft gesetzt scheint, der meckert auch wenn Mickey Rourke in „Sin City“ vom Hochhaus springt und einfach weiterläuft. It’s a comic – not religion…
Fazit: spannende Fortsetzung, die sich hinter den Vorgängern nicht zu verstecken braucht.
Bewertung:







Und warum “nur” vier Sterne?
Warum einen Stern Abzug? Würde mich interessieren.
@Phil:
Weil er eben doch nicht ganz an den ersten Teil heranreichen kann. Und vielleicht auch weil ich nicht immer wirklich neutral sein kann. Da fällt es mir dann vielleicht doch mal schwer einem solchen “Unterhaltungs-Film” die Bestnote zu geben, wenn wesentlich “wichtigere” (you know what I mean…) Filme wie etwa “Shooting Dogs” nur drei Sterne kassieren.
Für mich waren die Liebesszenen unerträglich. Sie waren schmazlig, und haben mich nicht berührt.
Ich finde die X-Men Trilogie ging mit der Dreiecksbeizeihung von Cyclops, Jeane/Phoenix und Wolverine wesentlich gekonnter und einer Comic-Verflimung angemessen um.
Die Szenen der Verduklung Parkers wirkten auf mich lieblos und teileweise peinlich inszeniert.
Ansonsten gebe ich dir recht: eine nette Comic-Verfilmung. Nur: Bitte weiterspulen zum letzten Drittel